Seit 30 Jahren uniformierte Polizistinnen in Baden-Württemberg

4. September 2017 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

 

Frauen sind längst ein fester Bestandteil der Polizei und aus dem Dienstgeschehen nicht mehr wegzudenken … aber noch immer sind sie in Führungspositionen unterrepräsentiert.

Vor 30 Jahren konnten zum ersten Mal in Baden-Württemberg Frauen zur Polizeiuniform greifen und stellen seither einen Gewinn und eine Bereicherung für die Polizei dar. Inzwischen sind viele der Frauen, die damals ihren Dienst in Uniform begannen, bei der Kriminalpolizei angekommen.

Wie sah das eigentlich vorher bei der Kriminalpolizei aus? Bereits Jahrzehnte zuvor gab es die „Weibliche Kriminalpolizei“. Die Tätigkeiten dieser Frauen waren jedoch auf bestimmte Phänomenbereiche beschränkt. In den 70er Jahren erfolgte endlich die vollumfängliche Integration der Kriminalbeamtinnen in die Organisation der Kriminalpolizei. Von da an konnten Frauen in allen kriminalpolizeilichen Deliktsfeldern und Ermittlungsbereichen arbeiten.

Inzwischen haben wir bei der Polizei in Baden-Württemberg einen Frauenanteil von rund 30 % erreicht. Nicht nur in der Schutzpolizei sind Frauen jedoch in Führungspositionen noch immer deutlich unterrepräsentiert. Das Thema ist zwar bekannt und wurde immer wieder exponiert z.B. 2014 im Rahmen des Studium generale an der Hochschule für Polizei thematisiert, es bedarf allerdings sicherlich noch weiterer Impulse um das Problem zu lösen. Das Ergebnis einer aktuellen Landtagsanfrage von MdL Sascha Binder, SPD wird von der Frauenpolitischen Sprecherin des BDK BW mit Spannung erwartet. „Positive Überraschungen erwarte ich leider nicht.“ sagt Petra Wiesel und führt weiter aus „Ich hoffe, auf eine Sensibilisierung für das Thema auf den Führungsebenen in allen Bereichen der Polizei, bis hin zu unserem Innenminister, Herrn Strobl, damit sich die Situation ändern kann.“

Das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ ist in der Führungsebene inzwischen angekommen. Die Zertifizierung durch das Audit berufundfamilie verpflichtet die Polizei zum Handeln. Die Umsetzung hängt natürlich auch von den örtlichen Gegebenheiten sowie handelnden Personen ab und die Auswirkungen sind bisher an der Basis wenig zu spüren. Dabei ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie längst nicht mehr ein reines Frauenthema. „Immer mehr Kollegen nehmen Elternzeit in Anspruch, wenn auch bislang nur in begrenztem Ausmaß.“ erklärt Petra Wiesel weiter. „Auch das Thema „Pflege von Angehörigen“ nimmt einen immer größer werdenden Raum im Leben der Kolleginnen und Kollegen ein. Niemand sucht sich eine solche Situation aus! Treffen kann es jeden und jede von uns, oft ganz plötzlich und unerwartet.“ Die rechtlichen Rahmenbedingungen um solche Situationen zu bewältigen, sind auch für die Polizei, inzwischen geschaffen worden.

Wortwörtlich in den Kinderschuhen steckt bei der Polizei noch das Thema „Führen in Teilzeit“. Andere Bundesländer sind da schon deutlich weiter. Frau Dr. Jochmann-Döll hat dazu 2016 eine Studie veröffentlicht, die sie bei der Jubiläumsveranstaltung des „European Network of Policewoman Deutschland e.V. (ENP)“ im März 2017 in Berlin vorstellte. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema „Gleichstellung“. Fazit ihrer Studie: Führen in Teilzeit ist prinzipiell möglich, auch bei der Polizei!

Der BDK setzt sich auch weiterhin dafür ein Frauen in der Kriminalpolizei an die Spitze zu bringen!

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