Kinder geben Rasern die Gelbe Karte

28. August 2017 | Themenbereich: Aktuell, Hessen | Drucken

Hessens Innenminister Peter Beuth und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz haben heute gemeinsam mit Schulkindern der Grundschule Bierstadt bei Autofahrern für Rücksicht und Respekt geworben. Im Zuge der Initiative „Hessen lebt Respekt“ warben die Minister mit dem Präventionsprogramm „Blitz für Kids“ für ein rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr.

„Kinder gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern, weil sie sich in einer anderen Erfahrungs- und Erlebniswelt befinden als Erwachsene. Entfernungen können Kinder oft noch nicht richtig einschätzen. Deshalb ist uns neben der altersgemäßen Verkehrserziehung der Schülerinnen und Schüler auch die Sensibilisierung der übrigen Verkehrsteilnehmer wichtig. Wir wollen, dass alle Kinder wohlbehalten in die Schule und wieder nach Hause kommen“, so Innenminister Peter Beuth.

„Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass vor allem Autofahrer aus Aktionen wie der heutigen lernen. Lob von den Schülerinnen und Schülern freut besonders, Tadel wiegt oft doppelt schwer und bleibt länger im Gedächtnis. Daher ist ‚Blitz für Kids‘ eine tolle Aktion“, sagte Kultusminister Alexander Lorz.

Bei der „Blitz für Kids“-Aktion kontrollierte die Polizei gemeinsam mit Viertklässlern der Bierstädter Grundschule den Verkehr. Die Schüler zeigten dabei vorbildlichen Autofahrern zum Dank eine grüne Karte. Rasern übergaben die Kinder hingegen eine gelbe Karte. Dabei wiesen die Schüler die Verkehrssünder auf die Gefahren zu schnellen Fahrens hin und forderten sie auf, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten.

Hintergrund:

In die Wiesbadener Grundschulen wurden dieses Jahr insgesamt rund 2.900 Kinder eingeschult. Da dem Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer besondere Bedeutung zukommt, führt die Polizei zum Schulanfang zielgerichtete Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Kinder auf dem Schulweg durch. Im Fokus stehen dabei unter anderem Geschwindigkeitsmessungen vor Schulen und auf den Schulwegen. Zugleich werden Kindersicherungen und Gurtanlegepflicht überprüft.

Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2015 bundesweit insgesamt 28.235 Kinder (2014: 28.603) im Straßenverkehr verunglückt. Davon wurden 84 Kinder (2014 waren es 71 Kinder) tödlich verletzt. Im Jahr 2016 verunglückten im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen insgesamt 292 Kinder als aktive oder passive (Mitfahrer) Verkehrsteilnehmer. Davon ereigneten sich 47 Unfälle auf dem Schulweg.
„Hessen lebt Respekt“

Die Hessische Landesregierung hat das Jahr 2017 zum „Jahr des Respekts“ erklärt. Respekt ist die Grundlage für ein friedliches und erfolgreiches Zusammenleben, für ein Miteinander in der Gesellschaft. Trotzdem ist Respekt kein Selbstläufer und im Alltag nicht selbstverständlich. Wir wünschen uns im täglichen Umgang Höflichkeit und Rücksichtnahme, Toleranz und Fairness, Anerkennung und Hilfsbereitschaft. Und zwar in allen Lebensbereichen, ob beim Sport oder im Ehrenamt, in der Schule oder im Verkehr. Für diese Werte wollen wir werben. Dafür steht das „Jahr des Respekts“ der Hessischen Landesregierung.

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