Harte Strafen statt leerer Kurven

15. August 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Wenige Tage vor dem Start in die neue Bundesligasaison fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Fußball-Straftäter konsequent und nachhaltig aus den Stadien zu verbannen. Die offene Kampfansage der gewaltbereiten Straftäter an die Adressen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) verdeutliche, dass es diesen Gruppierungen nicht um den Sport gehe, sondern um Aufmerksamkeit und das kompromisslose Durchsetzen eigener Interessen, betonten die stellvertretenden GdP-Bundesvorsitzenden Dietmar Schilff und Arnold Plickert am Dienstag in Berlin. Es sei eine gemeinsame Aufgabe von Verbänden, Vereinen, Polizei und Justiz, notorischen Fußball-Straftätern den Zutritt zu allen Fußballspielen dauerhaft zu untersagen.

Stadion kein Platz für martialische Machtproben

„Unsere Kolleginnen und Kollegen stellen häufig fest, dass Teile sogenannter Fußball-Ultras nicht kompromissbereit sind und Kontaktversuche abblocken“, sagte Schilff. Gewaltbereite Ultragruppierungen agierten als blickdichte Vereinigungen und grenzten sich durch geheim gehaltene Regelwerke bewusst von friedlichen Fußballfans ab, ergänzte Plickert. Zudem versuchten sie, vereinsrechtliche Strukturen für ihre Ziele zu instrumentalisieren. „Für martialische Machtproben mit der Polizei und den Liga-Vereinen ist in den Stadien kein Platz“, unterstrichen die GdP-Vorsitzenden aus den Fußball-Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Schilff und Plickert forderten die Vereine auf, unkooperativen Ultragruppen den Zugang zu von Clubseite gestellten Stadion-Räumlichkeiten zu verwehren. Zudem bekräftigten beide die GdP-Forderung, mit Meldeauflagen und Bereichsvertretungsverboten bekannte Gewalttäter vom Spiel fern zu halten.

„Innerhalb vieler Stadien ist bereits modernste Videotechnik vorhanden. Kann eine Straftat beweissicher aufgezeichnet werden, sollte der Täter unmittelbar einem Staatsanwalt zugeführt werden. Festnahme und Bestrafung sollten möglichst zeitnah aufeinander folgen“, sagte Schilff.

Kollektivstrafen wie Geisterspiele oder das Sperren von Zuschauerblöcken lehnen die GdP-Fußballeinsatzexperten ab. Plickert: „Unter Umständen müssen wir sogar mehr Polizei einsetzen, um die Fußball-Störer, die sich in der Umgebung der Stadien aufhalten, im Auge zu behalten.“ Zudem könnten sich von der Sperre betroffene Fußballfans mit den gewaltbereiten Störern solidarisieren, warnte Schilff. „Es werden eben auch die getroffen, die sich in den Blöcken und Kurven von den Sportgewalttätern offensiv abgrenzen.“

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