Personelle Situation bei der Polizei NRW verschärft sich weiter

17. Juli 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Nach einem heute vom Innenministerium veröffentlichten Erlass zur Kräfteverteilung bei der Polizei zum 1. September (BKV) werden in diesem Jahr 29 Polizeibehörden weniger Polizistinnen und Polizisten zur Verfügung haben als im letzten Jahr, nur 18 Behörden bekommen mehr. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht sich durch die jetzt beschlossene Kräfteverteilung in ihren Befürchtungen bestätigt, dass die meisten Polizeibehörden in NRW trotz der versprochenen Mehreinstellungen in den nächsten drei Jahren mit weniger Beamten auskommen müssen. „Besondere Sorge bereitet uns, dass 21 von 29 Landratsbehörden Polizisten verlieren. Die bereits angespannte Personalsituation wird sich nochmals verschärfen“, sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert.
Um die Situation kurzfristig zu verbessern, fordert die GdP die neue Landesregierung auf, die für 2018 angekündigten 500 zusätzlichen Verwaltungsangestellten bereits in diesem Jahr einzustellen. Bei der Verteilung der zusätzlichen Tarifbeschäftigten müssen insbesondere die Landratsbehörden und die kleineren Polizeipräsidien berücksichtigt werden. Die GdP sieht auch deshalb einen dringenden Handlungsbedarf, weil sich in etlichen Behörden die Situation durch Aufstellung von neuen Einheiten im Bereich des Staatsschutzes, des Objektschutzes sowie der Spezialeinheiten (MEK) in den nächsten Monaten sogar noch weiter verschärfen wird.

Die GdP bedauert die Verschiebung der Aufstellung von zwei weiteren Einsatzzügen in Bochum und Essen, sieht diese Entscheidung aber im Interesse der übrigen Polizeibehörden in NRW als unumgänglich an. Positiv bewertet die GdP, dass die freiwilligen Verlängerungen der Lebensarbeitszeit in Zukunft auf alle Behörden im Land verteilt werden, und nicht nur auf die Schwerpunktbehörden mit besonderen Problembereichen.

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