G 20: „Heldenhafte Arbeit“

10. Juli 2017 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Auf der Bilanzpressekonferenz zum G20-Gipfel betonte Innensenator Andy Grote, die Lage hätte den Einsatzkräften alles abverlangt – manchmal über ihre Belastungsgrenzen hinweg. Er sei jedoch froh über die hohe Solidarität mit der Polizei. In den Einsatz sei das gesamte Knowhow der deutschen Polizei eingeflossen. Es habe sich nicht um einen Hamburger, sondern um einen gesamtdeutschen Einsatz gehandelt. Die brutalen Attacken seien in dieser Brachialität so nicht vorherzusehen gewesen. Leider konnte die polizeiliche Forderung von Camp-Verboten nicht konsequent durchgesetzt werden. Man habe sich im Laufe des Einsatzes im Schanzenviertel einem bewaffneten Hinterhalt gegenüber gesehen. Erst eine Anti-Terror-Einheit habe die Lage entschärfen können. Die Abwägung, Leib und Leben der Polizeibeamten angesichts des hohen Risikos zu schützen, hat Grote zufolge dazu geführt, dass der Eindruck entstand, dass die Polizei zu spät eingegriffen hätte und die Täter gewähren ließ.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer sprach von einer insgesamt schwierigen Gemengelage. Die Behörde habe alles an Technik angefordert, damit geübt und sie eingesetzt. Ein Gesamtkonzept wurde mit viel Polizeiexpertise erarbeitet worden. Die Beamtinnen und Beamten hätten alles Menschenmögliche getan. Aber, so schränkte Meyer ein, habe man auch um die eigenen Grenzen gewusst. Ein Ziel war es gewesen, Camp-Schlafstätten für militante Extremisten zu verhindern, Urteile hätten dies jedoch eingeschränkt. Unter dem Strich bleibe, dass die Kräfte Großartiges geleistet hätten. Der Polizeipräsident würdigte die den Einsatz der über 20.000 Beamten als „heldenhafte Arbeit“. Bedrückt sei er aber darüber, dass es nicht gelungen sei, einen umfassenden Schutz zu gewährleisten und Verletzungen bei den Einsatzkräften zu vermeiden.

Gesamteinsatzleiter Hartmut Dudde erläuterte detailliert den Ablauf des G20-Einsatzes und schilderte insbesondere die Angriffe auf die Einsatzkräfte, die permanenten dezentralen Störungen von Gipfelgegnern durch Kleingruppen-Taktik und das durchgehende Ignorieren polizeilicher Weisungen. Diese Lage habe letztlich auch zur Nachforderung von Kräften geführt. Dudde zufolge haben die Beamten bei einem Einsatz in Schanzenviertel mit auf einem Dach positionierten und mit Zwillen bewaffnete Personen sowie gelagerten Molotow-Cocktails oder schweren Wurfgegenstände umgehen müssen. Um diese Lage zu entschärfen, hätten Kräfte „ausgraben“ werden müssen. Diese der Lage zuzuführen, habe eben gedauert. Dudde: „Es war nicht möglich, an diese Orte zu gelangen. Die Gefahrenlage hat das nicht hergegeben.“ Der Einsatzleiter präsentierte den Medienvertretern noch Videosequenzen, die unter anderem den massiven Bewurf der Einsatzkräfte mit Flaschen und pyrotechnischen Sprengmitteln sowie Angriffe mit Fahnenstangen exemplarisch darstellten.
Die Zahl der verletzten Einsatzkräfte bezifferte er seit dem 22. Juni bis zum 9. Juli mit 476 Kolleginnen und Kollegen. Es habe 186 Festnahmen gegeben, 37 Haftbefehle seien erwirkt worden sowie 82 länger wirkende Ingewahrsamnahmen.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.