Thüringen bekommt Deutschlands erste Trainingsanlage für Zugbrände

12. Juni 2017 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Thüringen | Drucken

In Thüringen können die Feuerwehren das Löschen am brennenden Zug künftig auf einem eigenen Tunnelübungsgelände trainieren. Innenstaatssekretär Udo Götze und der Leiter der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Jörg Henze haben den entsprechenden Pachtvertrag für das Bahn Übungsgelände Crossen im Saale-Holzland-Kreis unterzeichnet. „Das Trainingsgelände wird die erste und damit auch einzige Übungsanlage für Zugbrände in Deutschland. Sie wird die Lücke der Führungskräfteausbildung im Taktikzentrum der Landesfeuerwehrschule in Bad Köstritz und der praxisnahen Ausbildung in einer Tunnelanlage schließen“, betonte der Staatssekretär.

Das erste Provisorium auf dem nicht mehr genutzten Gleisgelände kann voraussichtlich schon in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Betrieb gehen. Die Eisenbahntunnelausbildung soll zunächst mit sechs von der Deutschen Bahn AG zur Verfügung gestellten Waggons realisiert werden. Die ersten 150 Meter der 300 Meter langen Tunnelröhre sollen bis Ende 2019 fertiggestellt werden. Im Zug sollen dann gasbefeuerte Hotspots integriert werden, um die Brandszenarien realistisch abbilden zu können.

Jährlich sollen an der Tunnelanlage vorrangig 400 bis 500 Einsatzkräfte der Thüringer Feuerwehren ausgebildet werden. Restplätze werden im Rahmen der Initiative Mitteldeutschland für Feuerwehren die Mitgliedsstaaten der Länder Sachsen und Sachsen Anhalt vergeben. Eine Erweiterung des Ausbildungsbetriebs ist perspektivisch denkbar, sofern dies die Personalausstattung der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katstrophenschutzschule zulässt.

Ein vergleichbares Tunneltraining war bislang nur an der International Fire Academy in der Schweiz möglich. Perspektivisch wird die Ausbildung in der Schweiz nicht gänzlich wegfallen, aber für diesen Bereich reduziert. Seit 2015 nutzen etwa 100 Thüringer Feuerwehrkräfte die Schulungen zur Brandbekämpfung in Schienentunneln, dieses Jahr folgen über 40 weitere. Die dort ausgebildeten Multiplikatoren können die Übungseinrichtung in Cossen künftig auch außerhalb der Lehrgangszeiten, beispielsweise an Wochenenden, autark mit ihren Tunnel-Basis-Einheiten nutzen.

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