Herrmann zur Jahresstatistik 2016 des Polizeiverwaltungsamts

22. Mai 2017 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Als „erschreckend und höchst bedenklich“ hat Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann die Ergebnisse der heute veröffentlichten Jahresstatistik 2016 des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts (PVA) bezeichnet. 1.226.552 Verfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen (+12 Prozent) und 93.302 Abstandsverstöße (+21 Prozent) musste die Behörde 2016 in Bayern verzeichnen. Das sind die höchsten Zahlen, seitdem das PVA 2006 neben den Bußgeldverfahren auch die Verwarnungsverfahren bayernweit miterfasst. „Offenbar haben es immer noch zu viele nicht kapiert, wie gefährlich zu schnelles Fahren und zu geringer Abstand sein können“, mahnte Herrmann. Gerade zu hohe Geschwindigkeit sei immer noch die Ursache Nummer eins bei schweren Verkehrsunfällen. 195 und damit rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle gingen 2016 in Bayern auf Raser zurück (2015: 168). Die Zahl der dabei getöteten Menschen erhöhte sich deutlich auf 215 (2015: 177). „Nur wenige Stundenkilometer zu viel können oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten“, erklärte Herrmann.

Der bayerische Innenminister ließ keine Zweifel: „Dort, wo die Einsicht fehlt, werden wir auch in Zukunft mit konsequenten Kontrollen nachhelfen.“ Laut Herrmann hat die Bayerische Polizei bereits in den vergangenen Jahren die Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen erheblich verstärkt, auch mit modernster Technik. „Mehr Kontrollen führen zu mehr Aufgriffen“, so der Minister. „Aber solange noch so viele unbelehrbare Verkehrsrowdys auf Bayerns Straßen unterwegs sind, bleibt uns nichts anderen übrig, um Bayerns Straßen noch sicherer zu machen.“ Bereits im Juli werde die Bayerische Polizei über die üblichen Geschwindkeitskontrollen hinaus bayernweite Schwerpunktaktionen gegen Raser durchführen. „Ziel unseres Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ ist, in Bayern bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verletzten zu reduzieren und insbesondere die Zahl der Verkehrstoten auf unter 550 zu senken“, erklärte Herrmann.

Als „absolut wahnsinnig“ bezeichnete der Innenminister den traurigen Spitzenreiter der Geschwindigkeitssünder 2016 auf Bayerns Straßen. Ein 49-jähriger Autofahrer wurde im April 2016 auf der B13 im Landkreis Ansbach mit 232 Stundenkilometer erwischt, 132 Stundenkilometer schneller, als erlaubt. Drei Monate Fahrverbot und 1.200 Euro Geldbuße sind nach Herrmanns Worten ein hoffentlich wirksamer Denkzettel.

Die detaillierte Verfolgungsstatistik 2016 des PVA ist unter www.polizei.bayern.de/verwaltungsamt/news/presse/aktuell/index.html/261219 abrufbar.

Die umfangreichen Maßnahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘, die von verstärkter Öffentlichkeitsarbeit über intensivierte Verkehrsüberwachung bis hin zur verbesserten Verkehrsraumgestaltung reichen, können unter www.sichermobil.bayern.de abgerufen werden.

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