- Cop2Cop - http://www.cop2cop.de -

Überstunden bei der Polizei Bremen – Stimmungslage

Dass die Polizei als Sparbüttel für die Haushaltspolitik des Senats herhalten muss, ist ein Dauerzustand und somit nichts Neues. Nullrunden, deutlich verspätete Übernahmen von Tarifrunden, Reduzierung des Personals über Jahre hinweg, keine adäquate Besoldung trotz anerkannter Stellenbewertungen, Einsparungen bei der Ausstattung und Logistik etc.

Auch die Vorenthaltung von zweckgebundenen Zahlungen anderer Bundesländer für den Einsatz Bremer Polizeieinheiten gehört dazu. Den aktiven Polizeibeamten kann so leicht nichts mehr erschüttern, ist man von der Politik doch einiges gewohnt. Die Reaktion des Innensenators in der Bürgerschaftsdebatte vom Donnerstag zeugte allerdings schon von einiger Güte. Es ist schwer in Worte zu fassen – Enttäuschung, Entsetzen, Wut, um nur einige Begriffe zu nennen, die das Verhalten unseres Innensenators und einiger Politikerinnen und Politiker von Rot-Grün in der Kollegenschaft hervorgerufen haben.

Dass der oberste Dienstherr der Polizei und damit die Person, die sich im Senat FÜR seine Polizei einsetzen sollte, sich während der Debatte zu diesem Thema in der Bürgerschaft dermaßen gelangweilt zeigte, ist an Unverschämtheit kaum zu überbieten. Wenn sich die Senatorin für Finanzen anlässlich des Themas nach außen so zeigen würde, wäre das auf Grund ihres Aufgabenbereiches vielleicht noch irgendwie nachvollziehbar. Aber der eigene Dienstherr? Dass der „Laden“ Polizei noch funktioniert und die öffentliche Sicherheit und Ordnung zumindest nach außen hin und für den Bürger scheinbar noch gegeben ist, ist insbesondere der Verdienst der Polizistinnen und Polizisten, die immer noch mit persönlichem Engagement alles Erdenkliche versuchen, möglich zu machen. Aufgrund diverser Sonderlagen, auch an den Wochenenden, haben viele Kolleginnen und Kollegen kaum noch Zeit zum Durchatmen, geschweige denn für die Familie.

Trotz Haushaltsnotlageland und in Kenntnis, dass sich die personelle Situation allenfalls in ein paar Jahren positiv verändern könnte, hätte sich unser Innensenator öffentlich und deutlich positionieren können. Eine Wertschätzung derjenigen, die rund um die Uhr für die Sicherheit dieser Stadt und der Bürgerinnen und Bürger Sorge tragen, sieht anders aus! Da könnte unser oberster Dienstherr von einigen seiner Amtskollegen aus der Republik durchaus noch etwas lernen.