JUNGE GRUPPE sucht Strategien gegen Populismus und Extremismus

3. Mai 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Als „urgewerkschaftliche und historische gewachsene Aufgabe“ hat der Bundesvorsitzende der JUNGEN GRUPPE (GdP), Kevin Komolka, die Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen, Entwicklungen und Herausforderungen des Extremismus und des Populismus bezeichnet. Zum Auftakt der Fachtagung der JUNGEN GRUPPE zu diesem Thema am Mittwochmittag in Hannover sagte Komolka vor rund 50 jungen Polizistinnen und Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet: „Ob Attacken gegen Flüchtlinge in Bautzen, brennende Autos und Straßenkämpfe in Hamburg, der Terroranschlag vom Breitscheidplatz oder mutmaßlich rechtsextreme Netzwerke in der deutschen Bundeswehr. In jedem Fall ist die Polizei betroffen, die jeweiligen Lagen unter Kontrolle zu bekommen und Ermittlungen zu tätigen.“

„Dabei gerät die Polizei immer häufiger unter wachsenden Druck von Politik und Gesellschaft, diese Tätigkeiten richtig auszuführen, keine Spuren zu übersehen und immer, am besten stündlich, einen neuen Ermittlungsstand kund zu tun“, so Komolka.

Die Polizei jedoch „erstmal mal ihre Arbeit machen zu lassen“ rücke dabei immer weiter nach hinten.

Komolka: „ All das sind Situationen die wir in der Ausbildung und im Studium zwar behandeln, für die Praxis jedoch nur geringes ‚Rüstzeug‘ bekommen und die glücklicherweise nicht jeden Tag vorkommen. Und deshalb ist es heute, wie lange nicht mehr, erforderlich, sich mit Erscheinungsformen, Entwicklungen und Herausforderungen des Extremismus und Populismus auseinanderzusetzen.“
Hochkarätige Referenten eingeladen
Zu ihrer Fachtagung hat die JUNGE GRUPPE hochkarätige Referenten geladen. Wolfgang L. Würz, Leitender Kriminaldirektor a.d. des Bundeskriminalamtes (BKA), gab einen Überblick über die aktuelle Entwicklung des gewaltbereiten Extremismus und stellte Chancen und Risiken einer neuen Sicherheitsarchitektur dar.

Dr. Marwan Abou-Taam vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz nahm eine differenzierte Betrachtung des Islam und des Islamisus vor und erläuterte Unterschiede zwischen Glaube und Ideologie.

Mit Erscheinungsformen Auswirkungen und Bekämpfungsstrategien des islamistischen Extremismus und des Terrorismus befasste sich Uwe Lietzau vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, während Thomas Mücke vom Violence Prevention Network e.V. Präventionsstrategien und Deradikalisierungsansätze im Vergleich darstellte.

Am Donnerstag wird Prof. Hans-Gerd Jaschke von der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin über Entwicklung und Wirkweisen des Populismus in Deutschland und Europa referieren, während Mark Haarfeldt von der Initiative „Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V.“ die Massenmedien im Zusammenhang mit Rechtspopulismus und Massenmedien unter die Lupe nehmen wird.

 

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