Wir dürfen uns an die Gewalt nicht gewöhnen

2. Mai 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die hohe Professionalität der Tausenden bundesweit bei zahlreichen Veranstaltungen rund um den 1. Mai eingesetzten Polizistinnen und Polizisten und ausgewogene Einsatzkonzepte haben zu einem weitgehend störungsfreien und sicheren Ablauf der Kundgebungen und Aufmärsche maßgeblich beigetragen. Das sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, am Dienstag in Berlin. Er dankte seinen Kolleginnen und Kollegen für ihren Einsatz und wünschte allen Verletzten eine schnelle Genesung.
Kein friedlicher Tag

„Angesichts teils massiver Attacken auf meine Kolleginnen und Kollegen sollten Beobachter jedoch nicht von einem friedlichen Tag reden“, betonte Malchow und fügte hinzu, von einen friedlichen Tag der Arbeit könne erst gesprochen werden, wenn die Polizei nicht mehr mit einem Großaufgebot eingesetzt werden müsse und Angriffe auf Einsatzkräfte und Demonstrantinnen und Demonstranten ausblieben. „Wir dürfen uns nicht an ein bestimmtes Maß von Gewalt gegenüber der Polizei gewöhnen“, betonte der GdP-Chef.

Über den 1. Mai hinaus dürfe jedoch die alltägliche Gewaltbereitschaft gegenüber Polizistinnen und Polizisten nicht vergessen werden. Malchow wies in diesem Zusammenhang auf einen brutalen Angriff zweier mutmaßlicher Fahrraddiebe in Magdeburg auf zwei Bundespolizisten hin.

Polizeibeamtinnen und -beamte werden immer häufiger Zielscheibe von Gewaltdelikten. Nach den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik fielen im vergangenen Jahr jeden Tag rund 30 Einsatzkräfte sogenannten vorsätzlichen einfachen Körperverletzungsdelikten zum Opfer. Sechs Beamtinnen und Beamte wurden täglich mit gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikten konfrontiert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Polizistinnen und Polizisten als Opfer von vollendeten Straftaten um 11,2 Prozent (+ 6.345) auf 63.167, was 173 Beamtinnen und Beamten pro Tag entspricht.

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