Vier Monate Haft im Gaffer-Prozess Bremervörde

28. April 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Die GdP begrüßt, dass das Amtsgericht Bremervörde ein deutliches Zeichen gesetzt und die Gaffer, die den Polizei- und Rettungseinsatz in Bremervörde gestört haben, verurteilt hat.

„Nur mit spürbaren Sanktionen kann deutlich gemacht werden, dass es in Einsatzsituationen keine Abwägung zugunsten Schaulustiger geben darf,“ machte Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der GdP Niedersachsen, klar und wies darauf hin, dass die Behinderung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten durch Neugierige, die filmen und fotografieren immer mehr zunimmt. „Den Menschen muss klar werden, dass die Hilfe für die Opfer immer Vorrang haben muss,“ ergänzt er. Vor diesem Hintergrund begrüßt die GdP ausdrücklich die von Niedersachsen vor rund einem Jahr auf den Weg gebrachte Gesetzesverschärfung, die nunmehr dem Bundestag zur Beratung vorliegt.

Das Amtsgericht Bremervörde hatte am Donnerstag im sogenannten „Gaffer-Prozess“ den Hauptangeklagten zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Tatvorwürfe des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und der Körperverletzung sah der Richter als erwiesen an.

„Offensichtlich findet seit geraumer Zeit eine Desensibilisierung in der Bevölkerung statt, die dazu führt, dass es wichtiger ist, zu dokumentieren, bei Unglücken dabei gewesen zu sein als den Beteiligten schnellstmöglich Hilfe zu Teil werden zu lassen. Das erschwert die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen häufig extrem. Wir können nur hoffen, dass ein hartes Urteil dazu führt, dass die Menschen wieder ein Gefühl dafür entwickeln, dass Menschenleben mehr Wert ist als Sensationsgier,“ befindet Schilff.

Polizeibeamtinnen und -beamte werden immer häufiger Zielscheibe von Gewaltdelikten. Nach den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik fielen im vergangenen Jahr jeden Tag rund 30 Einsatzkräfte sogenannten vorsätzlichen einfachen Körperverletzungsdelikten zum Opfer. Sechs Beamtinnen und Beamte wurden täglich mit gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikten konfrontiert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Polizistinnen und Polizisten als Opfer von vollendeten Straftaten um 11,2 Prozent (+ 6.345) auf 63.167.

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