Wechsel an der Spitze des Kriminalistenverbandes BDK

26. April 2017 | Themenbereich: Bayern, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Anlässlich des 18. Landesdelegiertentages des Bundes Deutscher Kriminalbeamter in Bad Kissingen wurde Robert Krieger (bisher Vize) zum Nachfolger von Hans Wengenmeir (Augsburg) gewählt. In Anwesenheit von Innenminister Joachim Hermann erklärte der 54-jährige Erdinger Kriminalhauptkommissar in seiner Antrittsrede, dass er den Schwerpunkt seiner Arbeit in der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kriminalpolizei sehe. So bestehe großer Nachholbedarf bezüglich einer gerechten Dotierung der kriminalpolizeilichen Sachbearbeiter.

Zudem habe die Polizeireform bekannte Defizite im Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich der bayerischen Polizei nicht beseitigt. So sei es kriminologisch unsinnig Zuständigkeiten an materiellen Schadensgrenzen fest zu machen. Kriminalgeografische Argumente blieben zugunsten von Landkreis-, Bezirks- und früheren Direktionsgrenzen außen vor.

Die nächsten Jahre stehe der Kriminalpolizei in Bayern zudem ein großer personeller Aderlass bevor. Mit geburtenstarken Jahrgängen die in Pension gehen, ginge nicht nur Erfahrung verloren, zudem seien kaum Personalzuteilungen zu erwarten. Dies hinge mit der Tatsache zusammen, dass Neueinstellungen bei der Polizei in Bayern erst im Jahr der Pensionierung eines Kollegen erfolgen. Da jedoch die Ausbildung bis zu vier Jahre dauere, käme an der Basis zahlenmäßig weit weniger an, als Kollegen pensioniert würden. Dies ist zwar ein Problem der gesamten bayerischen Polizei, träfe die Kripo mit nur rund 13 % Personalanteil aber besonders.

Mit dem Sparstift könne der hohe Qualitätsstandard bei der Bayer. Polizei nicht gehalten werden, betonte Krieger. In Zeiten von steigenden Zahlen bei Einbruchs- und Internetkriminalität wird es für Kleingeld keine Sicherheit geben. Die jüngst von Innenminister Hermann veröffentlichte, insgesamt durchaus positive Statistik zu Aufklärungsquoten und Fallzahlen, wird unter derzeitigen Gegebenheiten mittelfristig nicht zu halten sein.

In Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise bekommt die Innere Sicherheit zusätzlich Gewicht. Ausländerfeindlichkeit, Kriminalitätshäufigkeit, Korruption usw. sind im internationalen Vergleich entscheidende Faktoren für die Standortfrage bei Industrieansiedlungen oder zur Gewinnung ausländischer Spezialisten für unsere Wirtschaft. Investitionen in die Innere Sicherheit sollten so Krieger durchaus als kleiner Teil der vielzitierten Konjunkturprogramme angesehen werden.

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