GdP weist pauschale Bosbach Kritik zurück

21. April 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei Nordrhein-Westfalen (GdP) weist die von Wolfgang Bosbach (CDU) in einem Interview mit Focus Online erhobene pauschale Kritik an der Sicherheitslage in NRW zurück. Arnold Plickert, GdP-Landesvorsitzender: „Ich habe Wolfgang Bosbach als kompetenten Ansprechpartner in Fragen der Inneren Sicherheit kennen und schätzen gelernt. Mit seiner jetzt abgegebenen Beschreibung der Sicherheitslage in NRW schießt er nicht nur weit über das Ziel hinaus, er trifft auch die Falschen. In NRW arbeiten mehr als 40 000 Kolleginnen und Kollegen mit großem Engagement und hohem Einsatz sieben Tage in der Woche, rund um die Uhr, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Deren Arbeit wird zu parteipolitischen Zwecken durch seine Aussagen völlig diskreditiert. Das lassen wir nicht zu.“
Plickert kritisiert insbesondere Bosbachs Aussagen hinsichtlich des Wohnungseinbruchs und der Cyber- und Internetkriminalität. Plickert: „Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Jahr 2016 um knapp 10 000 Fälle zurückgegangen. Dies zeigt, dass die Polizei in NRW hier durchaus erfolgreich arbeitet. NRW hat bereits vor einiger Zeit ein Cyberkompetenzzentrum eingerichtet, das derzeit personell deutlich verstärkt wird. Auch auf diesem Sektor wird sehr viel getan.“

Besonders verärgern Plickert die Aussagen Bosbachs zu der Silvesternacht in Köln und die Vergleiche mit Bayern: „Zu behaupten, in München wären die Ereignisse, die in Köln stattgefunden haben, nach fünf Minuten beendet gewesen, verkennt die Tatsache, dass es einen solchen Tatablauf in Deutschland niemals vorher gegeben hat. Darauf hätte sich auch in Bayern niemand vorbereitet. Und auch dort fallen Einsatzkräfte nicht vom Himmel.“ Überhaupt hinke der Vergleich zwischen NRW und Bayern, denn die regionalen Gegebenheiten seien völlig verschieden. „Gibt es in Bayern lediglich drei Städte mit über 200 000 Einwohnern, sind es hier 15. Daran erkennt man, dass hier die Wohnstruktur eine völlig andere ist. Ballungsräume wie die Rhein-Ruhr-Region bringen nun einmal ganz andere Herausforderungen an die Innere Sicherheit mit sich, als eher ländlich strukturierte Regionen“, so Plickert.

Den GdP-Landeschef stört auch die Kritik am Umgang mit Amis Amri: „Dass es in 2015 einen unkontrollierten Zuzug von Tausenden von Menschen nach Deutschland gegeben hat, war das Ergebnis der Bundespolitik und nicht der Landesregierung. Darunter befand sich auch Amis Amri, der dann gleich unter mehreren verschiedenen Identitäten durch unser Land reiste.“

Plickert weist auch die Kritik an der Ausbildung des Polizeinachwuchses in NRW zurück: „Wir in NRW haben eines der besten Polizeiausbildungssysteme in Deutschland. Sowohl im Bereich der Praxis als auch in der Theorie.“

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