Jedes fünfte Todesopfer ein Motorradfahrer

16. März 2017 | Themenbereich: Hessen, Verkehr | Drucken

Im Jahr 2016 sind bei Verkehrsunfällen in Hessen 231 Menschen ums Leben gekommen. Damit starben auf Hessens Straßen 13 Menschen weniger als noch im Vorjahr. Die Zahl der Gesamtunfälle in Hessen ist dagegen um rund 5.500 Fälle auf 141.133 Verkehrsunfälle gestiegen. Das gab der Hessische Innenminister Peter Beuth im Rahmen der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2016 heute in Wiesbaden bekannt.

„Hinter den Zahlen der Verunglückten stecken persönliche Schicksale, die im Einzelfall zum Teil nur schwer zu ertragen sind. Das gilt zuerst für die Angehörigen der Getöteten und die Schwerverletzten selbst, aber auch für unsere Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Straßenmeistereien, die in aller Regel als erste an den Unfallstellen sind, um Leben zu retten und sich dabei oftmals auch selbst in Gefahr begeben. Den Frauen und Männern unserer Einsatzkräfte gilt deshalb mein besonderer Dank, dass sie zu jeder Tag und Nachtzeit rausfahren, um Unfallstellen abzusichern, Gefahren zu beseitigen und immer wieder Leben zu retten“, so Innenminister Peter Beuth.
Maßnahmen zur Unfallvermeidung initiiert

Um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren und insbesondere die Fälle von Getöteten und Schwerverletzten zu minimieren, hat die hessische Polizei bereits in den vergangenen Jahren vielfältige Maßnahmen initiiert. Dazu gehören beispielsweise die Aktion MAX (maximal mobil bleiben – mit Verantwortung), die sich bewusst an ältere Bürgerinnen und Bürger richtet. Denn die Zahl der Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren, ist gestiegen: Bei der Altersgruppe der 65- bis 75-Jährigen ist ein Zuwachs von 13.727 auf 14.599 Fälle registriert, in der Kategorie der über 75-Jährigen wurde eine Steigerungsrate von rund acht Prozent von 9.743 Unfällen im Jahr 2015 auf 10.531 Unfälle in 2016 gezählt. Die Aktion hat das Ziel, dass Senioren sich sicherer im Straßenverkehr bewegen können. Dazu gehören nicht nur polizeiliche Beratung, sondern Seh- oder Hörtests. 2016 wurden hessenweit 82 Veranstaltungen durchgeführt und es gab z.B. bei Messen insgesamt 43 Infostände zu diesem wichtigen Thema.

Ein weiterer Schwerpunkt im laufenden Jahr betrifft die Motorradfahrer. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einem Unfall schwer verletzt werden oder ums Leben kommen, ist bei dieser Personengruppe viel höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern: Mit knapp 4.100 Unfällen machen sie zwar nur einen Bruchteil der Gesamtunfallzahl aus – jedoch ist jedes fünfte Todesopfer im Straßenverkehr ein Motorradfahrer. Dabei ist noch einmal besonders zu berücksichtigen, dass nicht das ganze Jahr über gefahren wird und dementsprechend die Unfälle in der kalten Jahreszeit deutlich zurückgehen.
Neue technische Mittel einsetzen

„Im laufenden Jahr wird die hessische Polizei zum Start der anstehenden Motorradsaison einige neue technische Mittel einsetzen, um insbesondere Rasern auf zwei Rädern Herr zu werden. Dazu gehört unter anderem ein neues Zivilmotorrad für eine noch gezieltere Jagd auf Temposünder. Das neue Zivilmotorrad wird den Einsatz des bereits vorhandenen ProVida-Motorrads sinnvoll ergänzen und in verschiedenen vielbefahrenen, unfallträchtigen Regionen, wie zum Beispiel im Odenwald oder rund um den Großen Feldberg, zum Einsatz kommen“, so Innenminister Peter Beuth.

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