Predictive Policing ist wirksame Unterstützung der Polizeiarbeit in NRW

1. März 2017 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der BDK NRW begleitet seit Jahren die Entwicklungen im Bereich der Wohnungseinbruchskriminalität sehr kritisch. Dabei hat der Landesverband NRW stets auf eine zu schlechte Aufklärungsquote hingewiesen, die durch die mangelhafte Personalausstattung bei der Kripo NRW verursacht wurde und Zusammenhänge in Bezug auf professionelle, hochmobile Täter einer transnationalen Bandenkriminalität aufgezeigt. Von Beginn an hat der BDK NRW die testweise Einführung einer „Predictive Policing“-Software begrüßt. Mithilfe von Algorithmen, die auf unterschiedliche Datenbestände zugreifen, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit der in bestimmten Stadtquartieren künftig in Wohnungen und Häuser eingebrochen werden wird, erleichtert u. a. eine gezieltere Präventionsarbeit und den zielgerichteten Einsatz unserer Kräfte. Sie leistet damit einen Beitrag zu einem effektiveren Kampf gegen diese Form der Kriminalität.

Die am Sonntag in einem Fernsehbeitrag geäußerten Meinung, es handle sich bei Predictive Policing lediglich um Erfahrungen der Kriminologie der 60er und 70er Jahre, die dem Sachbearbeiter nur etwas einfacher angeboten werden und um „dumme Algorithmen“, die nur das könnten, was der Sachbearbeiter ohnehin schon leisten könne, kann der BDK NRW fachlich und inhaltlich nicht nachvollziehen. Sie werden dem Projekt auch nicht gerecht. Letzten Endes liegt der Sinn jeder IT-basierten Unterstützung der Kriminalpolizei darin, dem Sachbearbeiter Informationen in einfacher und übersichtlicher Form zur Verfügung zu stellen und ihm eine Menge „Handarbeit“ zu ersparen. Algorithmen, die in der Lage sind, Daten komplexer und schneller auszuwerten und für eine frühzeitige polizeiliche Intervention bereit zu stellen, wären nach Auffassung des BDK NRW selbst durch mühevolle und personalintensive manuelle Datenverarbeitung nicht ansatzweise zu leisten.

Gerade die Bemühungen in NRW mitsamt wissenschaftlicher Begleitung und dem hohen Engagenmet der in diesem Bereich tätigen Kollegen verdienen Anerkennung und Respekt. Wir müssen diesem neuen präventiven Ansatz eine Chance geben, denn er verspricht Erfolg.

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