Belastung darf nicht schön geredet werden

24. Februar 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP) warnt davor, die Belastung der Polizei in NRW schön zu reden. Arnold Plickert, Landesvorsitzender der GdP: „Gerade jetzt am Karnevalswochenende werden in NRW alle 18 Bereitschaftspolizeihundertschaften (BPH), alle 18 Alarmzüge, 1.200 Auszubildende und weitere 6 BPH aus anderen Bundesländern im Einsatz sein. Neben den geschlossenen Einheiten werden aber auch alle anderen Organisationseinheiten der Polizei bis über die Belastungsgrenze hinaus gefordert werden. Dies wird im Ergebnis dazu führen, dass alleine am Karnevalswochenende Mehrarbeitsstunden in fünfstelliger Höhe anfallen werden.“

Plickert widerspricht den Aussagen, dass die Belastung der Polizei nicht höher sei als in früheren Jahren. Plickert: „Es trifft zwar zu, dass die Zahl der geschlossenen Einsätze nahezu gleich geblieben ist. Nach den Ereignissen in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln und dem Terroranschlag in Berlin werden diese Einsätze aber mit deutlich mehr Personal bewältigt als vorher. Allein für 2017 ist bereits jetzt neben Karneval für sechs Ereignisse die größtmögliche Verfügbarkeit angeordnet. D. h. dass die Kolleginnen und Kollegen der BPH und der Alarmzüge in dieser Zeit weder Urlaub noch dienstfrei nehmen können.“ Da die Alarmzüge überwiegend aus dem normalen Wach- und Wechseldienst (WWD) rekrutiert werden, bedeutet dies im Ergebnis nichts anderes, als dass die übrigen Beschäftigten im WWD dann für die Mitglieder der Alarmzüge den Dienst übernehmen müssen und auch kein dienstfrei bekommen.

Plickert: „Neben den Kolleginnen und Kollegen in den geschlossenen Einheiten und im WWD werden aber auch die übrigen Organisationseinheiten der Polizei, wie z. B. die Kriminalpolizei und der Verkehrsdienst und die Polizeiverwaltung wesentlich stärker belastet. Wer jetzt behauptet, die Belastung der Polizei sei nicht gestiegen und Überstunden würden nur in bestimmten Organisationseinheiten der Polizei entstehen, liegt falsch.“
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