200 Neueinstellungen in Meiningen werden den Personalabbau nicht stoppen

24. Februar 2017 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Thüringen | Drucken

Grundsätzlich begrüßt die DPolG Thüringen e.V. die von Innenminister Dr. Poppenhäger angekündigte Neueinstellung von jährlich 200 Politzisten ab diesem Jahr im Bildungszentrum der Thüringer Polizei in Meiningen. Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Jürgen Hoffmann: „Seit langem fordert die DPolG die Neueinstellung von jährlich 300 Kolleginnen und Kollegen am Bildungszentrum der Thüringer Polizei in Meiningen. Erst mit dieser Anzahl auszubildender Polizisten wird es gelingen, den Personalabbau bei der Thüringer Polizei zu stoppen und einen Personalbestand zu halten, welcher die stetig wachsenden Anforderungen zur Gewährleistung der Sicherheit der Thüringer gerecht wird.“
Die nun avisierte Einstellung von jährlich 200 neuen Kolleginnen und Kollegen in den kommenden 3 Jahren ist dabei sicher ein richtiger und notwendiger Schritt. Doch wird er nicht dazu beitragen, die Personalstärke bei der Thüringer Polizei nachhaltig zu stabilisieren.
200 Einstellungen in Meiningen sind keine adäquaten Einstellungen bei der Polizei
Von den 155 Kolleginnen und Kollegen, welche in den vergangenen Jahren eine Ausbildung begannen, haben 30 eine Ausbildung für den gehobenen Dienst begonnen. „Bei diesen handelt es sich jedoch um Kollegen, welche bereits im mittleren Dienst tätig waren und im Rahmen ihrer beruflichen Entwicklung die Entscheidung getroffen haben, eine Ausbildung für den gehobenen Dienst zu absolvieren. Somit sind das keine Neueinstellungen, sondern Fortbildungen im Rahmen der beruflichen Qualifizierung! Diese Kollegen fehlen dann natürlich in ihren bisherigen Dienststellen.“ erklärt hierzu der Landesvorsitzende Hoffmann.
Hinzu kommt nach bisherigen Erfahrungen die Tatsache, dass von den zur Ausbildung gestarteten Kollegen etwa 10 Prozent aus den verschiedensten Gründen diese gar nicht abschließen und so auch nicht in den aktiven Polizeidienst übernommen werden können.
Natürliche Fluktuation höher, als die Neuzugänge
So kann bislang von jährlich etwa 115 tatsächlich neu eingestellten Kollegen bei der Thüringer Polizei ausgegangen werden. „Diese Zahl wird sich mit den nun geplanten 200 Polizisten, welche eine Ausbildung in Meiningen beginnen erhöhen. Dennoch wird auch hier die natürliche Fluktuation durch Pensionierung, Krankheit, oder persönlich begründetes Ausscheiden, welche weiterhin zum Personalabbau führt, nicht gestoppt werden können.“ erklärt Jürgen Hoffmann. „Um den für die Gewährleistung der Sicherheit der Thüringer notwendigen Personalbestand bei der Polizei aufzubauen und dauerhaft zu festigen, ist es unabdingbar, dass jährlich 300 Kollegen eine Ausbildung bei der Polizei in Meiningen beginnen. Das beinhaltet sowohl Neueinstellungen, als auch die Qualifikation für den Aufstieg in den gehobenen Dienst“ so Hoffmann weiter.
Ausbildungskapazitäten der Thüringer Polizei müssen erhöht werden
Mit 200 jährlich neu begonnenen Ausbildungsverhältnissen am Bildungszentrum in Meiningen, stößt dieses an seine Kapazitäten. Um die von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) geforderten 300 jährlichen Neueinstellungen zu bewältigen ist es notwendig, unverzüglich ein entsprechendes Konzept hierfür zu erarbeiten.
Aus Sicht der DPolG ist dies auch in einem überschaubaren zeitlichen und finanziellem Rahmen umzusetzen. Dabei kann sowohl eine Erweiterung in Meiningen, als auch eine verstärkte Verlagerung an den Standort der Fachhochschule in Gotha in Erwägung gezogen werden.
„Schon heute sind ein Teil der Polizeischüler in Meiningen außerhalb des Bildungszentrums untergebracht. Hier schnell weitere Möglichkeiten der Unterbringung zu finden, sollte nicht problematisch werden. Somit wäre der Fokus auf die Ausbildungsräume, bzw. deren erhöhte Auslastung und die benötigte Aufstockung des Lehrkörpers zu richten“ erklärt der DPolG Landesvorsitzende.
„Eine Aufgabe, welche gerade bei der aktuell vorhandenen Einnahmesituation des Freistaates schnell und unkompliziert zu realisieren wäre. Solch einer Entwicklung sollte sich auch die Finanzministerin nicht verschließen. Dies auch unter dem Aspekt, dass eine Gefährdung der Sicherheit in Thüringen durch nicht ausreichend vorhandene Polizei den Freistaat wesentlich teurer käme!“ – so Hoffmann abschließend.

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