Vom Hörsaal in die Wirklichkeit

20. Februar 2017 | Themenbereich: Polizei | Drucken

194 Polizistinnen und Polizisten üben den Ernstfall an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ)

Wie die vermehrten Naturkatastrophen, die Terroranschläge in Europa und die Flüchtlingskrise zeigen, müssen sich die Gefahrenabwehrbehörden mit unterschiedlichen und neuartigen Szenarien auseinandersetzen.

Nur im Zusammenwirken aller Beteiligten wird es gelingen, derartige Lagen auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Übungswochen wie diese zu „Größere Gefahren- und Schadenslagen/Katastrophen“ finden regelmäßig an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe statt. Sie bieten unter anderem Studierenden im Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) Münster die Möglichkeit theoretisches und praktisches Wissen zu verknüpfen.

Ziel aller Seminare an der AKNZ ist es, die verschiedenen Beteiligten des Bevölkerungsschutzes vorzustellen, ihnen die Möglichkeit der Verzahnung zu geben und die Netzwerkbildung zu fördern.
An vielen Seminaren der AKNZ nehmen daher Polizeibeamtinnen und -beamte teil. Im Rahmen der Stabsrahmenübung an der AKNZ üben sie unter einsatznahen Bedingungen eine Großschadenslage zu bewältigen sowie eine Pressekonferenz unter realitätsnahen Umständen durchzuführen. Außerdem können die konkrete Arbeit in einem Polizeistab sowie die Maßnahmen und Wege zur Entscheidungsfindung, insbesondere in Stresssituationen, erprobt werden.

Bereits seit 2004 wird der Führungsnachwuchs des höheren Polizeivollzugsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland in besonderem Maße mit dem Themenfeld der Einsatzbewältigung in der Zusammenarbeit mit dem Bevölkerungsschutz vertraut gemacht.

Der Leiter des Fachgebietes „Polizeiliches Krisenmanagement“ an der DHPol in Münster, Torsten Juds, erklärt: „Wie wertvoll die Stabsrahmenübungen für angehende Polizeibeamtinnen und –beamte sind, haben gerade die Ereignisse des letzten Jahres wieder in Erinnerung gebracht. Einsatzlagen wie Amok, Terror oder auch Naturkatastrophen und Unglücksfälle können nur koordiniert bewältigt werden, wenn auch Kenntnisse der Stabsarbeit vorhanden sind. Aus diesem Grund sind die zwei Übungswochen an der AKNZ ein wichtiger Baustein in der Ausbildung des höheren Dienstes der Polizei.“

Auch betont Juds die gute Zusammenarbeit zwischen AKNZ und DHPol, da es in diesem Umfeld besonders gut möglich sei, die Schnittstellen zwischen nicht-polizeilicher Gefahrenabwehr und polizeilicher Gefahrenabwehr zu üben. Hierbei habe sich die Zusammenarbeit zwischen der AKNZ und der DHPol in den letzten Jahren sehr bewährt.

In diesem Jahr nehmen 194 Studierende des Masterstudienganges und des Studienkurses der DHPol an der Übung in Bad Neuenahr-Ahrweiler teil. Die Übung findet in zwei Teilen von je einer Woche statt. Damit die jeweils drei übenden Stäbe in ihrem Stabsumfeld gefordert werden, wird zusätzlich für jede Übung je eine Übungsleitung mit 15 Fachleuten eingesetzt.

Für die AKNZ bedeutet diese Veranstaltung einen erheblichen logistischen Aufwand. So werden mehrere Stabsräume eingerichtet und über zwei Kilometer zusätzliche Kabel verlegt, um 150 PCs und 150 Telefone in den Übungsräumen zu betreiben.

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