Vergangenes Jahr starben mehr Menschen auf den NRW-Autobahnen

20. Februar 2017 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Verkehr | Drucken

Vergangenes Jahr starben mehr Menschen auf den NRW-Autobahnen als 2015. Die Zahl der auf Autobahnen Getöteten lag mit 80 rund ein Drittel über der des Vorjahres. „Auf der Autobahn wird mit harten Bandagen gekämpft. Das spiegelt sich in der Unfallstatistik wider“, sagte Innenminister Ralf Jäger. Ende März kontrolliert die NRW-Polizei deshalb ganz gezielt auf Autobahnen für mehr Sicherheit. „Es gibt drei Todsünden auf der Autobahn“, warnte Jäger: „Zu hohe Geschwindigkeit, Ablenkung und zu geringer Sicherheitsabstand.“

Zu den häufigsten Unfallursachen insgesamt zählt neben überhöhter Geschwindigkeit immer öfter die Ablenkung. „Geschwindigkeit bleibt der Killer Nummer 1“, sagte der Minister. In 163 Fällen war zu hohe Geschwindigkeit 2016 für tödliche Unfälle mitursächlich – jeder dritte Verkehrstote fiel ihr damit zum Opfer. Immer häufiger stellt die NRW-Polizei fest, dass Unfallopfer abgelenkt waren. Zum Beispiel durch den Blick aufs Smartphone. „Vielen ist noch immer nicht klar, wie gefährlich selbst ein kurzer Blick aufs Display ist. Während der Fahrt online, bedeutet vielleicht für immer offline“, warnte Jäger.

Gerade Handy-Vergehen blieben viel zu oft ungesühnt. „Und wenn nichts passiert, wird so ein Verhalten auch nicht abgestellt“, erläuterte der Minister. NRW setzt deshalb neben Prävention und Aufklärung vor allem auf empfindliche Strafen. Dazu fehle es bislang an tauglichen Gesetzen. „Die Straßenverkehrsordnung hinkt der Technik von heute hinterher“, sagte Jäger. So könne, wer in einem Auto mit Start-Stopp-Automatik an der Ampel sitze, ungestraft mit dem Smartphone hantieren. „Diese Schlupflöcher müssen schnell gestopft werden“, so Jäger.

Die Zahl der Unfalltoten insgesamt in NRW ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um einen Menschen auf insgesamt 523 Menschen gestiegen. Mit rund 13.600 Schwerverletzten gab es 2,9 Prozent mehr als 2015. Gleichzeitig kamen weniger Motorradfahrer ums Leben: 75, das bedeutet einen Rückgang um rund elf Prozent. 69 Menschen starben bei Radunfällen. 104 Fußgänger kamen zu Tode – rund 16 Prozent weniger als im Vorjahr. „Jeder Verkehrstote, jeder Verletzte ist einer zu viel“, sagte Jäger. „Deshalb dürfen wir nicht nachlassen, bei der Sicherheit nach dem bestmöglichen Standard zu streben: Verkehrsteilnehmer, die Industrie, aber auch Verbände und Behörden.“

Auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren ist die Zahl der getöteten Pkw-Insassen. Sie stieg 2016 um 30 auf 225. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent. „Die folgenschwersten Unfälle passieren also keineswegs nur vor dem Auto“, so Jäger. Auch moderne passive Sicherheitssysteme schützen nicht, wenn die Insassen nicht angeschnallt sind. „Wer sich ins Auto setzt, muss sich anschnallen. Egal wie kurz die Fahrt ist“, mahnte der Minister.

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