Trotz guter Kriminalstatistik brodelt es bei der Polizei

17. Februar 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Hessen, Interessenvertretungen | Drucken

Die hessischen Polizistinnen und Polizisten sind es gewohnt, dass der Innenminister keine Gelegenheit auslässt, der hessischen Polizei für ihre überaus engagierte und professionelle Arbeit zu danken. So auch bei der heute veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016. Lob und gute Worte sind das Eine. Wenn aber, wie in Hessen Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinander driften, so darf dies bei all den noch so gut gemeinten Worten nicht ausgeblendet werden.
Hohe Aufklärungsquote
Die guten Werte der PKS und die hohe Aufklärungsquote sind der Beweis, dass die Polizistinnen und Polizisten ungeachtet der geringen Wertschätzung durch die Landesregierung alles tun, damit die Bürgerinnen und Bürger in Hessen sicher Leben können.

Die hessischen Polizistinnen und Polizisten warten seit Monaten auf ein Zeichen der Wertschätzung. Man hat sie nun im dritten Jahr in Folge von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt. Trotz zunehmender Gewalt und Respektlosigkeit und einem besorgniserregend hohem Krankenstand verringert das Land den Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung um 32 Millionen Euro.

Die Polizistinnen und Polizisten fühlen sich ausgegrenzt und verhöhnt. Sie wollen die schönen Sonntagsreden nicht mehr hören, wenn diesen nicht endlich Taten folgen. Derzeit liegen die hessischen Polizisten bei der Besoldung abgeschlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz aller Bundesländer. Alle anderen Landesregierungen haben in diesen schwierigen Zeiten ihre Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in besonderem Maße wertgeschätzt, in dem sie das Tarifergebnis eins zu eins übertragen haben. In Hessen ist das Gegenteil eingetreten.
200 Belastungsanzeigen
Nach der Nullrunde in 2015 und der Verschlechterung der Krankenversicherung in 2016 wurde ein Lohndiktat von einem Prozent beschlossen. Und das bei steigenden Belastungen und einer bundesweit einmaligen 42-Stundenwoche, selbst im hoch belastenden Wechselschichtdienst!

Unsere Kolleginnen und Kollegen wenden sich aufgrund der geringen Wertschätzung immer mehr von der Politik der Landesregierung ab. Innenminister Beuth lässt indessen verlauten, die Gewerkschaft verkünde Verwunderliches und die Stimmung sei keineswegs schlecht.

Fakt ist: Alleine in den letzten beiden Wochen haben rund 200 Belastungsanzeigen von Kolleginnen und Kollegen den Innenminister erreicht. 200 schriftliche Anzeigen, die von Überlastung, schlechter Stimmung, schlechter Bezahlung und einer drastisch formulierten geringen Wertschätzung der Polizei berichten.

Die heutige Verkündung der Polizeilichen Kriminalstatistik wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, neben den schönen Worten auch endlich Taten folgen zu lassen.

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