DNA-Trefferquote im Land Brandenburg keinesfalls nur positiv

23. Januar 2017 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Entgegen von Presseberichten der letzten Tage bewertet der Bund Deutscher Kriminalbeamter, Landesverband Brandenburg, die Zahl der DNA-Treffer im Land kritisch. Der Landesvorsitzende Riccardo Nemitz dazu: „Hier widerspiegelt sich der Personalabbau im Bereich der Kriminaltechnik. So gelingt es nicht, alle Tatorte kriminaltechnisch zu untersuchen und somit auch DNA-Spuren zu sichern.“
DNA-Trefferquote im Land Brandenburg keinesfalls nur positiv

Die jährlich steigende Zahl von sogenannten Treffern bei der Auswertung von DNA-Spuren und dem Vergleich mit DNA-Mustern von Tatverdächtigen bzw. registrierter Personen ist ein erster aber nur kleiner Schritt zu erfolgreicher Kriminalitätsbekämpfung. Treffer ergeben sich bei der Übereinstimmung gesicherter Spuren und beim Vergleich von Spuren mit DNA-Mustern bekannter Personen. Nur letztere führen in vielen Fällen zur Aufklärung von Straftaten bzw. zur Verbesserung der Beweislage.

„Bedenkt man jedoch, dass in Brandenburg jährlich über 180.000 Straftaten registriert werden und davon ca. 80.000 Diebstahlsdelikte sind, kann die Zahl von 750 DNA-Treffen nicht befriedigen!“ so Nemitz weiter. Man kann davon ausgehen, dass Täter an allen Tatorten DNA hinterlassen, die sie selbst betreten müssen, eben bei Diebstahlsdelikten (Wohnungs- und Firmeneinbrüche) aber auch bei den Tötungsdelikten und vielen Gewaltdelikten.

Eine bessere Aufklärung von Straftaten wird vor allem durch das Fehlen von Kriminaltechnikern beeinflusst. Es gelingt eben nicht an allen Tatorten, wo die Täter DNA-Spuren hinterlassen haben, diese auch zu sichern. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter kritisiert seit vielen Jahren den Personalabbau im Bereich der Kriminaltechnik. Es gibt Fälle, in denen nur noch ein Kriminaltechniker für die Spurensicherung im Bereich einer der vier Polizeidirektionen zur Verfügung steht.

Dabei ist die Technik gar nicht kompliziert. Trotzdem erfordert sie auch Investitionen im Ausstattungsbereich und im Bereich der Untersuchung.

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