Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung? Bertelsmann-Studie beantwortet Fragen nicht.

11. Januar 2017 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Wieder einmal wird der beliebte Eindruck vermittelt, Beamte seien extrem privilegiert und zwar auf Kosten der Allgemeinheit. Eine im sensiblen Gesundheitswesen gut zu platzierende Neiddebatte. Fakten werden falsch dargestellt, Wichtiges weggelassen und Notwendiges übersehen.

Wer tatsächlich die Beamten gesetzlich krankenversichern will, sollte neben den Inhalten der beigefügten Studie Folgendes zur Kenntnis nehmen:

Die allermeisten Beamten sind gar nicht privatversichert (das könnten sie sich gar nicht leisten) sondern lediglich beihilfeberechtigt. Hier spielt der Versicherungstarif die entscheidende Rolle – nämlich ca. 50% (ist für den Staat billiger).
Eine teilweise Versicherung wie in der „Privaten“ bieten die „Gesetzlichen“ nicht an. Beamten in der Gesetzlichen Krankenversicherung wird keine Beihilfe geleistet. Beamte würden wie Selbständige behandelt, jedoch ohne deren sonstigen Vorteile genießen zu dürfen.
Daher stammt auch der Begriff „Beihilfe“. Im Rahmen seiner Fürsorgepflicht „hilft“ der staatliche Arbeitgeber dem Beamten, anstatt Versicherungsbeiträge zu übernehmen (ist für den Staat billiger).
Die Beamten tragen ihre Krankenversicherungskosten selbst. Und legen erst einmal aus (ist für den Staat billiger).
Wenn die Beihilfe nicht mitspielt, bleibt der Beamte auf seinen Kosten sitzen.
Die Beamten prüfen kostenlos für die Kassen die vorgelegten Rechnungen und Belege(ist für die Kasse billiger, denn dadurch gibt es erheblich weniger „Differenzen“ zu Lasten der Kassen.
Die Gesundheitsanforderungen an neu zu versichernde Berufsbeamte sind zumeist höher als in anderen Berufen (die Kasse spart zunächst.)

Der BDK merkt anlässlich dieser neuerlichen Neiddebatte an, dass in Berlin das „Beihilfesystem“ von seiner Bestimmung her kaum noch erkennbar ist. Immer stärkere gesetzliche Einschränkungen, Personalmangel und Kommunikationsprobleme lassen bei den Beihilfeberechtigten den Eindruck wachsen, immer mehr zum unerwünschten Bittsteller zu werden.

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