Vermeintlicher Personalüberhang bei Polizei nicht bestätigt

22. Dezember 2016 | Themenbereich: Polizei, Thüringen | Drucken

In den vergangenen Tagen wurde darüber berichtet, dass nach einem Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angeblich bis zu 1.600 Stellen bei der Thüringer Polizei eingespart werden könnten.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft teilte gestern (21. Dezember 2016) gegenüber dem Innenministerium mit, „dass es eine solche PwC-Studie nicht gibt.“ Im Rahmen eines Auftrages für das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern und das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern hatte die PwC lediglich den Personalbedarf für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern ermittelt. In diesem Zuge wurde auch ein länderübergreifendes Benchmarking durchgeführt, in dem Aspekte wie Außengrenzen, Tourismuszahlen und Einsatzwege Berücksichtigung fanden. Dieses Gutachten ist auf den Online-Seiten des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern öffentlich zugänglich. Eine Aussage zu Thüringen ist dort nicht enthalten.

Die der Thüringer Allgemeinen vorliegenden Unterlagen würden, so die PwC, das Ergebnis einer isoliert durchgeführten exemplarischen Berechnung widergeben, die im Rahmen eines Workshops erläutert worden sei und weder einen Handlungsbedarf identifiziere, noch eine Empfehlung gebe. „Daraus eine Schlussfolgerung über den tatsächlichen Bedarf der Thüringer Landespolizei zu ziehen, ist aus unserer Sicht nicht statthaft und sachlich inkorrekt“, erklärte die Gesellschaft gegenüber dem Ministerium.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bedauerte, dass es zu einer derartigen Berichterstattung ohne eine substantielle Recherche kam und zu der auch sie keine Möglichkeit einer Stellungnahme gehabt hätten.

Innenminister Dr. Holger Poppenhäger: „Gerade mit Blick auf die Forderungen der Polizeigewerkschaften und Verbände nach mehr Polizei, vor dem Hintergrund der aktuellen Personalbedarfsplanungen im Rahmen der Polizeistrukturreform und den Bemühungen das erforderliche Personal zur Verfügung zu erhalten, traf diese Meldung auf Unverständnis und hat für einiges Aufsehen gesorgt. Sie macht zugleich die Verantwortung der Medien deutlich. Mein Appell deshalb an die Presse: Gerade bei sensiblen Themen wie z.B. die Innere Sicherheit lohnt es einmal mehr, Sachverhalte auszuermitteln und zu hinterfragen. Alles andere schadet auch dem Renommee der Presse. Die landesweiten Pressestellen der Thüringer Polizei, der Ministerien und Verbände sind hierfür hilfreiche Ansprechpartner. So hätten bei entsprechender Recherche im Vorfeld diese falschen Zahlen vermieden werden können.“

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