Übergabe neuer ballistischer Schutzwesten

22. Dezember 2016 | Themenbereich: Ausrüstung, Polizei, Thüringen | Drucken

Die ersten neuen ballistischen Standardschutzwesten, die den technischen Ausstattungsnormativen des Bundes und dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung entsprechen, hat Innenminister Dr. Holger Poppenhäger heute (22. Dezember 2016) in der Landespolizeiinspektion Erfurt an Polizeibeamte des Einsatz- und Streifendienstes der LPI Erfurt und der Bereitschaftspolizei übergeben. Der entsprechende Beschaffungsplan sieht vor, dass im Laufe des nächsten Jahres alle knapp sechstausend Thüringer Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte mit einer solchen persönlichen Schutzweste ausgerüstet werden.

„Wir haben im Jahr 2016 etwa eine Million Euro für die Schutzausstattung unserer Polizistinnen und Polizisten ausgegeben, 2017 sollen insgesamt 15 Millionen Euro investiert werden“, betonte der Minister. „Das ist vor allem auch einer reibungslosen Zusammenarbeit meines Hauses mit dem Thüringer Finanzministerium zu verdanken. Wir wollen Schritt für Schritt die Sicherheit unserer Polizeibeamten verbessern.“

Insgesamt wurden bis zu 8.000 Schutzwestenpakete bestellt, davon 6.000 als feste Abnahmemenge und bis zu 2.000 als Option. Der entsprechende Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren. Die Option soll dann gezogen werden, wenn zusätzliche Beamte oder andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ausgestattet werden sollen.

1.100 Westen wurden bereits geliefert, 4.900 sollen im Jahr 2017 in mehreren Teillieferungen folgen. Damit sind Ende 2017 alle Thüringer Polizisten mit den neuen Schutzwesten ausgestattet.

Die neuen Westen sind wesentlich leichter und bieten trotzdem einen verbesserten Schutz (Schutzklasse 1 plus). Sie sind modular aufgebaut und können mit oder ohne Stichschutz getragen werden. Das ballistische Schutzpaket beinhaltet darüber hinaus Schock-Absorber (so genannte Traumaplatten) zum Schutz lebenswichtiger Organe im Brustbereich sowie der Wirbelsäule.

Die Schutzklasse beinhaltet den durchschusshemmenden Schutz gegen Weichkern- und Polizeigeschosse aus Kurzwaffen (einschließlich Maschinenpistolen) im Kaliber 9 x 19 mm und gegen Geschosse mit erhöhter Geschossenergie aus den Kurzwaffen Makarov, Tokarev oder Magnum. Dabei bleibt das Schutzpaket jedoch leicht, flach und flexibel. Neu ist auch die Taktische Wechselhülle, die es ermöglicht, die Weste auf der Uniform zu tragen.

„Jede Beamtin und jeder Beamte erhalten eine genau passende persönliche Schutzweste“, betonte Dr. Poppenhäger.

Einige technische Daten:

Gewicht der Größe 4.3 (entspricht Konfektionsgröße L) – männliche Ausführung:

alt:
4,7 kg Unterziehhülle mit ballistischem Schutzpaket und Schockabsorber

neu:
3,3 kg Unterziehhülle mit ballistischem Schutzpaket und Schockabsorber

Mit neuen Komponenten:
5,0 kg Taktische Wechselhülle (Überziehvariante) mit ballistischem Schutzpaket und Schockabsorber

7,0 kg Taktische Wechselhülle (Überziehvariante) mit ballistischem Schutzpaket , Schockabsorber und Stichschutz

Auch die Lieferung der neuen ballistischen Schutzhelme ist nach kurzzeitigen Lieferengpässen der Herstellerfirma ebenfalls für 2017 angekündigt. Dabei bekommt jeder im Einsatz befindliche Thüringer Beamte einen Helm.

Zunächst werden die neuen Helme auf alle Funkstreifenwagen in Form einer Pool-Ausstattung verteilt. Das sind etwa 900, zwei auf jedes Fahrzeug.

Parallel dazu erhalten die Beamten der Spezial- sowie der Einsatzeinheiten ballistische Helme als Mannausstattung. Das sind in der Landespolizei 749 und bei der Bereitschaftspolizei 480 Beamte.

Daran anschließend sollen weitere operative Einheiten – wie die Zivile Einsatzgruppe, der Kriminaldauerdienst, die Fahndungs- und Ermittlungsgruppe der API – und die Bildungseinrichtungen der Thüringer Polizei ausgestattet werden.

Weitere Pools werden in den Behörden gebildet, um bei Bedarf zusätzliche Kräfte zeit- und ortsnah versorgen zu können.

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