Umsicht, Mut, Entschlossenheit: Schröter würdigt Arbeit der Spezialkräfte der Polizei

28. November 2016 | Themenbereich: Brandenburg, Polizei | Drucken

Die Spezialeinheiten der Brandenburger Polizei sind nach den Worten von Innenminister Karl-Heinz Schröter ein „bedeutender Grundpfeiler der Sicherheitsarchitektur des Landes“. Bei einem Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Spezialeinheiten heute in Potsdam unterstrich der Minister: „Die Beamten der Spezialeinheiten sind Höhenretter, Verhandlungsführer, Geldüberbringer, Rettungssanitäter, Ortungstechniker, Diensthundeführer oder Sprengungstechniker. Sie suchen gezielt nach gefährlichen Straftätern, observieren Verdächtige, nehmen besonders gewaltbereite Personen fest, schützen gefährdete Personen und sind bei Geiselnahmen, Entführungen oder Erpressungen im Einsatz. Ich habe mich bereits mehrfach von den Leistungen der Spezialkräfte überzeugen können. Mich haben dabei besonders die Umsicht, der Mut und die Entschlossenheit der Beamten beeindruckt.“

Der Minister fügte hinzu: „Die Spezialkräfte stellen sich freiwillig schwierigsten Aufgaben und gefährlichen Situationen. Niemand kann sie zu einem solchen Dienst verpflichten. Umso mehr steht ihnen Respekt und Anerkennung zu. Tagtäglich beweisen die Spezialkräfte eine hohe Professionalität und Leistungsfähigkeit. Ich habe sehr großes Vertrauen in diese speziell geschulten und trainierten Polizisten. Wie die gesamte Polizei, stellen sich auch die Spezialeinheiten auf die veränderte internationale Sicherheitslage ein. Von der Anpassung der Aus- und Fortbildungsinhalte, über die Erweiterung der taktischen Handlungskonzepte bis zur besseren Ausstattung mit Waffen und Technik.“

Aufbau der Spezialeinheiten

Die Spezialeinheiten der Brandenburger Polizei waren 1991 unter dem Dach des damaligen Polizeipräsidiums Potsdam gegründet worden. Seit der Polizeistrukturreform von 2011 gehören sie zur Direktion Besondere Dienste im Polizeipräsidium des Landes Brandenburg. Zu den Spezialeinheiten gehören das Spezialeinsatzkommando (SEK) und das Mobile Einsatzkommando (MEK) sowie die Bereiche Einsatztechnik (Technische Einsatzgruppe, Telekommunikationsüberwachung, Mobilfunkaufklärung), Spezialkräfte (Verhandlungsgruppe, Zielfahndung, Zeugenschutz) sowie Personenschutz. Insgesamt sind derzeit 184 Polizeibeamte bei den Spezialeinheiten beschäftigt.

Für einen Dienst beim SEK müssen Polizisten verschiedene Leistungstests (u. a. Sport, Schießen, Autoparcours) bestehen und einen sechsmonatigen Lehrgang absolvieren. Das SEK kommt immer dann zum Einsatz, wenn speziell geschulte und ausgestattete Einsatzkräfte zur Abwehr einer Gefahr für Leib, Leben und Gesundheit gebraucht werden. Das gilt unter anderem für Amokläufe, Entführungen, Geiselnahmen oder die Festnahme gewaltbereiter bewaffneter Täter.

Für das MEK ist ein dreimonatiger Lehrgang nötig. Das MEK ist in erster Linie für Observations- und Fahndungsmaßnahmen verantwortlich. In Fällen, bei denen durch die Mobilität der Verdächtigen der Ort der Festnahme nicht vorher klar ist und bei denen kein SEK benötigt wird, nimmt das MEK nach der Observation auch den mutmaßlichen Täter fest.

Nach den Grundausbildungen folgen Spezialisierungen – beispielsweise als Rettungssanitäter, Spreng- und Zugangstechniker, Sprecher Geiselnahme oder Betreuer Entführung. Der Einsatz bei den Spezialeinheiten verlangt eine besondere physische und psychische Belastbarkeit sowie fachliche und soziale Kompetenz. Es gibt jährliche Eignungstests. Das Höchstalter für einen Einsatz im SEK beträgt 50, im MEK 55 Jahre.

Kooperationen der Spezialeinheiten

Zur Bewältigung bestimmter Einsätze sind Bund und Länder auf gegenseitige Unterstützung angewiesen. Dazu arbeiten die Spezialeinheiten in Verbünden zusammen. Die Brandenburger Spezialeinheiten gehören zum sogenannten Nordverbund mit Hambug, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen-Anhalt und dem Bundeskriminalamt. Zudem arbeiten sie in einer Sicherheitskooperation mit Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin zusammen. Ferner bestehen Kooperationen mit der Grenzschutzgruppe 9 und dem Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr. Zudem gibt es einen Austausch mit einzelnen polnischen Spezialeinheiten.

Herausragende Einsätze in Brandenburg

Die Spezialeinheiten Brandenburgs waren in den 25 Jahren seit ihrer Gründung an zahlreichen herausragenden Einsatzlagen beteiligt:

1993 Geiselnahme in der JVA Königs Wusterhausen
1993 Erpresser „Dagobert“
1995 Mord an dem Polizisten Martin Heinze
1997 Entführung des Geltower Gastwirtsohnes Matthias Hintze
2000 Gewaltverbrecher Frank Schmökel
2006 Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland
2006 Ermittlungen zur sogenannten Schlapphut-Bande
2011 Kindesentführung in Kleinmachnow
2013 Entführung eines Geschäftsmannes (Fall „Maskenmann“)
2016 Festnahme mutmaßlicher IS-Terrorist in Bliesdorf

Herausragende Einsätze in anderen Bundesländern

1991 Weltwirtschaftsgipfel München
1993 Brandanschlag in Solingen
2002 Amoklauf in Erfurt
2005 Papstbesuch in Köln und Bonn
2007 G 8-Gipfel in Heiligendamm
2011 Papstbesuch in Berlin
2015 Terrorverdacht bei Fußball-Länderspiel in Hannover

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