Frauen arbeiten erfolgreich in der Polizei

28. November 2016 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die DPolG Bundesfrauenbeauftragte Sabine Schumann weist die jüngste öffentliche Forderung eines GdP-Gewerkschaftsfunktionärs aus Nordrhein-Westfalen, den Frauenanteil in der Polizei zu begrenzen, scharf zurück.

„Abgesehen davon, dass dies politisch und polizeitaktisch absolut verfehlt wäre, ist ein solcher Vorschlag sowohl frauenfeindlich als auch dumm.“

Seit Monaten wird in einigen Presseerklärungen von GdP-Funktionären ein Eindruck manipuliert, als ob männliche Kollegen muskelgezeichnete, kampfsportolympische Hünen ab 190 cm seien, während man Frauen in der Polizei nicht einmal zubilligt, ihre Schutzausstattung selbst tragen zu können. Viele Kolleginnen und Kollegen sind zu recht empört über solchen unfairen, frauenfeindlichen Unsinn.

„Ich bin entsetzt und empört über die Aussage des GdP-Vorsitzenden Plickert. Zu behaupten, dass Polizistinnen nur begrenzt einsetzbar sind und die Forderung, den Frauenanteil in der Polizei zu beschränken ist für uns Frauen, die tagtäglich die schwierigsten, polizeilichen Einsatzlagen meistern, wie ein Schlag ins Gesicht. Unsere Kolleginnen stehen den Kollegen in nichts nach, sie sind nicht das schwächere Geschlecht. Dazu werden sie nur in den Köpfen und durch die Aussagen solcher Herren stigmatisiert. Ein Gewerkschaftsvorsitzender, der solch eine Einstellung vertritt und öffentlich verbreitet sollte seinen Hut nehmen!“ so Birgit M. aus Bayern

„Ich kann diese Aussage des Gewerkschafters inhaltlich nicht bestätigen- die Aussage ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar und akzeptabel – eine Frechheit! Die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten ist im allgemeinen gestiegen – Zahlen in Augsburg belegen das auch. Alle Polizisten sollten besser geschützt und ausgerüstet werden. Außerdem brauchen wir natürlich mehr Polizei.“ So Heidi M. aus Schwaben-Nord

„So ein Unsinn! Unsere Kolleginnen sind gut ausgebildet, mutig und nicht selten stressresistenter als wir Männer. Wir brauchen keine Polizeimachos, sondern mehr Respekt.“ So Dirk H. aus Niedersachsen.

Die Behauptung eines hohen GdP-Funktionärs, dass der Einsatzwert von Frauen begrenzt sei, ist eine aalglatte Dreistigkeit, zumal diese von einem „Berufsfunktionär“ kommt, dessen persönlicher Einsatzwert für die Polizei mit solchen Aussagen gen Null tendiert.

Das Ergebnis bleibt nun abzuwarten, wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes diese Behauptungen bewertet.

Es ist schon tragisch, dass nach so vielen Jahrzehnten erfolgreichen Wirkens von Frauen in der Polizei solchen Machos erklärt werden muss, dass wir nicht daran denken, uns von ihnen zurückdrängen zu lassen. Die Polizei profitiert insgesamt von den erweiterten Konfliktlösungsstrategien von Frauen, die zum Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit in Deutschland täglich einen wesentlichen Beitrag leisten.

Der Rechtsstaat darf nicht vor Gewalt kapitulieren, schon gar nicht damit experimentieren, den Frauenanteil- egal wo- zu begrenzen („…zudem sei anzumerken, dass das womöglich rechtswidrig sei.“- so S. Schumann).

Da nicht die Frauen die Ursache für die Attacken sind, gibt es überhaupt keine Veranlassung, an der Einstellungs- oder der Verwendungspraxis irgendetwas zu ändern. Nicht die Polizei muss sich hierbei ändern, die Frauen müssen nicht weichen, es sind die Schläger und Frauenverächter, die wir in den Griff bekommen müssen! Aus gegebenem Anlass startet die Bundesfrauenvertretung der DPolG die Kampagne „DPolG- Gemeinsam stark!“ mit einem Button

Wir Frauen und Männer in der Polizei gehören zusammen, wir lassen uns nicht gegeneinander aufzuhetzen!

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