Verstärkte Bekämpfungsmaßnahmen gegen Crystal Meth

23. November 2016 | Themenbereich: Bayern, Kriminalität | Drucken

Weiterhin keine Entwarnung bei der gefährlichen Modedroge Crystal hat heute Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck im Innenausschuss des Bayerischen Landtags gegeben. Zwar sei die Zahl der Crystal-Straftaten in den ersten neun Monaten 2016 (1.843 Fälle) bayernweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2.246 Fälle) rückläufig. „Das Fallzahlenniveau ist immer noch sehr hoch und die Folgen des Crystalkonsums vielfach dramatisch“, machte Eck deutlich. Allein heuer sei vorläufig von bislang 20 Todesfällen aufgrund von Crystalmissbrauch auszugehen, im Vorjahreszeitraum waren es 15. Besonders gefährdet sind laut Eck auch die sogenannten ‚Körperschmuggler‘. Erst im September dieses Jahres ist auf diese Weise ein Crystal-Schmuggler in Bamberg im Krankenhaus verstorben. „Wir werden daher unseren hohen Fahndungs- und Ermittlungsdruck in Bayern auch 2017 beibehalten“, kündigte der Staatssekretär an. Im Mittelpunkt stehe ein hoher Kontrolldruck vor allem durch Schleierfahnder der Bayerischen Polizei. Zusätzlich werde auch eine Vielzahl von Präventionsmaßnahmen fortgeführt, um möglichst viele Menschen vom Konsum der hochgefährlichen Droge abzuhalten.

Eck zufolge liegen die geografischen Schwerpunkte der Crystal-Kriminalität weiterhin in den Grenzgebieten zu Tschechien: „Das zeigen unsere verstärkten mobilen und stationären Kontrollen der Verkehrswege.“ Besonders Oberfranken sei betroffen, aber auch Bereiche im Landesinneren wie beispielsweise der Ballungsraum Nürnberg. „Erfahrungsgemäß stammt ein großer Teil des Rauschgifts aus illegalen Laboren in Tschechien, was auch die besondere Belastung der Grenzregionen erklärt“, so Eck. Die Sicherstellungsmenge der Bayerischen Polizei betrug dieses Jahr bis Ende September rund 2.6 Kilogramm, davon etwa 1.3 Kilogramm im Grenzgebiet. Die Konsumeinheit liegt zwischen 5 und 25 Milligramm.

Als ganz besonders wichtig bezeichnete Eck die enge Kooperation mit den tschechischen Behörden. „Dabei geht es uns insbesondere um eine noch bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Aufdeckung von Drogenlaboren, Drogenhändlern und Schmugglerrouten im Grenzgebiet.“ Hierzu habe das bayerische Innenministerium im vergangenen Jahr mit dem tschechischen Innenministerium eine ‚Gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung‘ unterzeichnet. Zudem sei am 1. Oktober 2016 der neu verhandelte Deutsch-Tschechische Polizeivertrag in Kraft getreten, der das alte Grenzgebietsabkommen ablöst und außerdem einige Neuerungen im Bereich der grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit enthält. „Die Kooperation mit Tschechien im Kampf gegen Crystal wird also immer besser“, betonte Eck.

Crystal gehört zu den Methamphetaminen. Im Vergleich zu Amphetamin (Speed) wirkt Crystal bis zu fünfmal so stark und auch länger. Besonders riskant sind laut Eck das Rauchen und das Spritzen der Droge. Hier tritt die Wirkung nahezu schlagartig ein und kann zwischen sechs und 48 Stunden anhalten. Crystal bewirkt eine erhöhte Ausschüttung von Botenstoffen wie Adrenalin und Dopamin im Gehirn. „Etliche Konsumenten neigen dadurch zur Überschätzung der eigenen Kräfte bis hin zum völligen psychischen und körperlichen Zusammenbruch“, mahnte der Staatssekretär. Der Konsum führe schnell zu einer schweren psychischen Abhängigkeit. Außerdem gelte die Droge als starkes Nervengift, das bei regelmäßigem Konsum einen raschen körperlichen und psychischen Verfall verursacht. Eck: „Crystal wird daher als eine der gefährlichsten Drogen eingeschätzt.“

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