Woidke und Schröter würdigen Polizeiausbildung im Land Brandenburg

15. November 2016 | Themenbereich: Brandenburg, Polizei | Drucken

Mit einem Festakt ist am Montag das 25-jährige Jubiläum einer modernen Polizeiausbildung im Land Brandenburg begangen worden. Bei der Feierstunde am heutigen Standort der Fachhochschule der Polizei (FH Pol) in Oranienburg würdigten Ministerpräsident Dietmar Woidke und Innenminister Karl-Heinz Schröter den hervorragenden Ruf des Hochschulcampus, den die Fachhochschule über die Grenzen Brandenburgs hinweg genieße.

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Heute, nach 25 Jahren, können wir auf eine bewegte Entwicklung in der Polizeiausbildung zurückblicken. Ihre Neugestaltung 1991 war ein wahrer Balanceakt und quasi ein Schiffsumbau auf hoher See. Schließlich musste die Polizeiarbeit trotz Neuausrichtung gewährleistet bleiben. Ein weiterer Meilenstein war die Zusammenführung der Fachhochschule der Polizei und der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bernau. Heute zeichnet sich die Polizeiausbildung in Brandenburg vor allem durch ihre hohe Qualität aus, die der Fachhochschule weit über die Landesgrenzen hinaus zu Ansehen verholfen hat.“

Ausdrücklich bekannte sich Innenminister Karl-Heinz Schröter zur damals umstrittenen Entscheidung für Oranienburg als Standort für die Fachhochschule: „Aus heutiger Sicht möchte ich eindeutig feststellen: Die Entscheidung für Oranienburg war ein Glücksfall für die Fachhochschule der Polizei – und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen der historischen Bedeutung dieses Ortes. Wo, wenn nicht hier, lassen sich junge Menschen zu verantwortungsvollen und vernünftigen Polizisten in der Demokratie ausbilden – hier, wo in der Vergangenheit die Freiheit von Menschen rücksichtslos und brutal unterdrückt wurde. Wo lässt sich der Wert der Prinzipien der Freiheit, der Demokratie, des freiheitlichen Rechtsstaats besser förmlich mit Händen greifen als an einem solchen Ort. Die Entscheidung für Oranienburg war eine gute Entscheidung“, sagte der Minister in seiner Festrede.

Schröter weiter: „Der Einstellungskorridor für junge Polizisten hat sich im Vergleich zum Jahr 2010 mehr als verdreifacht. 2016 konnten wir 351 junge Polizisten an der Fachhochschule begrüßen. Damit bildet Brandenburg derzeit so viel Polizeinachwuchs aus, wie seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr. Diesen robusten Einstellungskorridor werde das Land in den kommenden Jahren verstetigen, betonte Schröter; „Die Zeit des Personalabbaus bei der Polizei ist vorbei.“

Die Fachhochschule stehe damit vor neuen Herausforderungen. In diesem Zusammenhang plädierte der Minister dafür, in den nächsten Jahren „den letzten Baustein zur Realisierung eines echten Hochschulcampus-Konzepts zu setzen: Dass wir unseren jungen Leuten an der Fachhochschule keine Wohnungs- oder wenigstens Zimmerangebote machen können, ist ein Nachteil, ein echter Standortnachteil. Und das müssen wir ändern“, betonte Schröter. „Ich möchte – und wir sich dabei, dies zu prüfen – dass wir in Zukunft in der Stadt günstige Unterkunftsmöglichkeiten für unsere jungen Beamten anbieten können. Wenigstens ein Einstieg muss gemacht werden!“

Gegenwärtig werden etwa 880 Studierende und Auszubildende der verschiedenen Laufbahnen und Jahrgänge auf dem Campus der Polizeifachhochschule unterrichtet. Der Fachhochschule obliegt die Ausbildung der Beamtinnen und Beamten des gehobenen und mittleren Polizeivollzugsdienstes, die Aufstiegsausbildung zum gehobenen und höheren Polizeivollzugsdienst (gemeinsam mit der Polizei Berlin und der Polizei des Bundestages) sowie die Organisation und Durchführung der zentralen Fortbildung der Polizei des Landes Brandenburg.

Weitere Aufgabe der Hochschule ist die Pflege und Entwicklung der polizeibezogenen Wissenschaften durch Lehre, Studium, Fortbildung und Forschung. Der Studiengang für den gehobenen Polizeivollzugsdienst wird seit dem 1. Oktober 2007 als akkreditierter Bachelor-Studiengang „B.A.-Polizeivollzugsdienst/Police Service“ geführt. Die Fachhochschule beschäftige derzeit 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 87 hauptamtliche Lehrer und Trainer.

Zeitgleich mit der (Neu-) Gründung der Polizei des Landes Brandenburg wurde auch die Ausbildung von Polizeibeamtinnen und Beamten völlig neu konzipiert und umgesetzt. In Basdorf entstand im Oktober 1991 die Landespolizeischule, während an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bernau der neue Fachbereich Polizei eingerichtet wurde. Anwärter des mittleren und gehobenen Dienstes wurden in Brandenburg zunächst örtlich getrennt unterrichtet. Erst später konnte die Ausbildung aller Laufbahnen und auch die Fortbildung der Brandenburger Polizei an einem Standort – anfangs in Basdorf und seit 2006 in Oranienburg – konzentriert werden.

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