Starke Hilfsorganisationen im Rettungsdienst

15. November 2016 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Rheinland-Pfalz | Drucken

„Die Einheit von Rettungsdienst und Katastrophenschutz steht für mich außer Frage. Darum machen wir uns in Rheinland-Pfalz für ein integriertes Hilfsleistungssystem im gesundheitlichen Bereich stark. Wir brauchen starke Hilfsorganisationen im Rettungsdienst. Dadurch erreichen wir Synergien für größere Schadensereignisse, bei denen Katastrophenschutzeinheiten zum Einsatz kommen.“ Dies sagte Innenminister Roger Lewentz bei der großen Fortbildungsveranstaltung für Leitende Notärzte und Organisatorische Leiter in der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz in Koblenz.

Die Leitenden Notärzte und Organisatorische Leiter sind bei Großschadenslagen für die Versorgung und medizinische Betreuung der verletzten und betroffenen Personen verantwortlich. Einmal im Jahr treffen sie sich auf Landesebene zu einer Fortbildungs-Konferenz. Angesichts der zunehmenden Terrorgefahren in Europa standen diesmal die besonderen Herausforderungen für die Einsatzabschnittsleitung Gesundheit bei terroristischen Gefahrenlagen im Mittelpunkt.

Minister Lewentz unterstrich die Bedeutung der Arbeit der Leitenden Notärzte und Organisatorische Leiter. Die Einheiten des Katastrophenschutzes und die Hilfsorganisationen seien gerade in diesem Jahr bereits mehrfach gefordert gewesen. Der Minister erinnerte an die Vorfälle bei „Rock am Ring“ und an die zunehmende Zahl der Unwetterereignisse. Lewentz: „Doch eine der größten Herausforderungen stellt der internationale Terrorismus dar. Darum liegt der Schwerpunkt dieser zweitägigen Konferenz auf der Bewältigung von terroristischen Einsatzlagen.“

Unter anderem verwies er auf die verheerende Angriffsserie in Paris mit 130 Toten und 354 Verletzten, die sich vor einem Jahr ereignete, und auf die Terroranschläge von Brüssel mit 35 Toten und über 300 Verletzen im März. „Unsere freiheitliche, demokratische Gesellschaft wird angegriffen und das stellt die Sicherheitsbehörden in ganz Europa vor eine schwierige Aufgabe. Insbesondere die Mobilität der Täter, die asymmetrische Gewalt und die zweck- und planmäßige Organisation der Attentate stellen auch uns in Rheinland-Pfalz vor große Herausforderungen“, sagte Innenminister Lewentz. Die Terrorgefahr mache es besonders wichtig, dass ein Austausch über die Grenzen von Berufsgruppen und Behörden hinweg erfolge.

Die Konferenz beschäftige sich mit den Hintergründen des Terrorismus, mit Einsatzkonzepten und Herangehensweisen und mit den Anschlägen von Paris, München und Ansbach. Er freue sich besonders über Referenten aus dem Ausland – so aus Frankreich und Paris. Lewentz nannte Dr. Eran Tal-Or aus Israel, der bei internationalen Einsätzen in der Türkei und Nepal weitreichende Erfahrungen im Bereich der Kriegs- und Katastrophenmedizin gesammelt habe, und Dr. Sabine Roch, die in der Nacht vom 13. auf den 14. November 2015 mit ihren Kolleginnen und Kollegen eines Pariser Krankenhauses 53 der 354 Verletzten versorgt habe.

Bei außergewöhnlichen Einsätzen werde nicht immer alles nach Schulbuch ablaufen können. Den Verantwortlichen komme als Abschnittsleiter Gesundheit eine besondere Bedeutung zu. „Die Einsatzpotentiale der Kommunen, der Länder und des Bundes sowie die Einsatzmittel des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen müssen zu einem gut organisierten und koordinierten Hilfesystem zusammengefasst werden“, so der Minister.

Das Land unterstütze die für den Katastrophenschutz verantwortlichen Landkreise und kreisfreien Städte in vielfältiger Weise. Sei es durch die Erstellung der verschiedenen Rahmenalarm- und Einsatzpläne oder durch das Förderwesen. Lewentz: „Eine landeseinheitliche Führungsstruktur stellt sicher, dass jederzeit schnell reagiert werden kann. Darüber hinaus hält das Land eigene Notfalldepots für Arzneimittel und Medizinprodukte und die Großraumkrankenwagen für überregionale Einsätze vor.“

 

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