Bilanz der ersten gemeinsamen Kontrollaktion

1. November 2016 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

10.471 kontrollierte Personen und Fahrzeuge, 26 vorläufige Festnahmen, darunter sechs Haftbefehle, sowie 81 aufgedeckte Straftaten und Ordnungswidrigkeiten bei insgesamt 1.009 eingesetzten Polizistinnen und Polizisten der Bayerischen Polizei. Das sind die bayerischen Ergebnisse der ersten gemeinsamen länderübergreifenden Fahndungs- und Kontrollaktion im Kampf gegen Einbrecherbanden vom 27. bis zum 29. Oktober 2016 mit Fahndern aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz, die heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann veröffentlicht hat. „Damit haben wir den Fahndungsdruck auf kriminelle Banden deutlich erhöht“, erklärte Herrmann. „Darüber hinaus ergaben sich durch unsere Kontrollen wertvolle Hinweise, die zur Aufklärung weiterer Straftaten führen können.“ Der bayerische Innenminister kündigte bereits weitere gemeinsame Kontrollaktionen im Rahmen der Länderkooperation an.
Koordiniert wurden die länderübergreifenden Schwerpunktkontrollen von den jeweiligen Landeskriminalämtern. Die Kontrollbilanzen der anderen Bundesländer werden von den dortigen Innenministerien veröffentlicht. Auf bayerischer Seite führten alle Polizeipräsidien entsprechende Schwerpunktkontrollen durch, auch mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Die Kontrollen fanden überwiegend auf überregionalen Verkehrswegen wie Autobahnen und deren Ausweichrouten statt. Basis war die neue Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität, die der bayerische Innenminister am Rande der Innenministerkonferenz im Juni 2016 mit seinen Ministerkollegen aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz unterzeichnet hat. Kern der Vereinbarung ist ein 8-Punkte-Programm, das insbesondere einen schnelleren und besseren Informationsaustausch, eine stärkere gemeinsame Täterfahndung sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit bei konkreten Ermittlungsverfahren und in der Prävention vorsieht.
Auf bayerischer Seite gab es während der Schwerpunktkontrollen unter anderem folgende Aufgriffe:
Im Bereich des Polizeipräsidiums Unterfranken überprüften Fahnder einen BMW mit französischem Kennzeichen. Alle vier erwachsenen Insassen waren bereits wegen Einbruchs- und Diebstahlsdelikten in Erscheinung getreten. Gegen den Fahrer bestand sogar ein Haftbefehl. Außerdem fanden die Ermittler hinter dem Handschuhfach versteckt einen handschriftlichen Zettel mit verschiedenen Adressen, an denen bereits Einbrüche verübt wurden. Zudem waren die kontrollierten Personen als sogenannte ‚Carjacking-Bande‘ bekannt. Dabei werden Wohnhäuser von ganzen Straßenzügen angegangen und hauptsächlich Schlüssel von hochwertigen Fahrzeugen entwendet. Darüber hinaus gingen den unterfränkischen Polizisten beispielsweise auch zwei mutmaßliche Rauschgifthändler ins Netz, die in ihrem Fahrzeug knapp ein Kilogramm Marihuana sowie 18 Ampullen Anabolika geschmuggelt haben.
An der Rastanlage Leipheim kontrollierten Fahnder des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West einen polnischen Transporter. Gegen den Beifahrer lag ein Haftbefehl wegen Verdacht des Einbruchdiebstahls der Staatsanwaltschaft Hannover vor. Er wurde der Justizvollzugsanstalt Memmingen übergeben.
Polizisten des Polizeipräsidiums München überprüften einen mit drei Personen besetzten Pkw und fanden bereits im Handschuhfach eine geringe Menge Marihuana. Bei der weiteren Durchsuchung des Pkw kamen diverses Aufbruchswerkzeug sowie mehrere zerrissene Geldscheine zum Vorschein. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Diebesbande aus Rumänien, die sich auf Diebstähle aus sogenannten ’stummen Verkäufern‘ für Kürbisse spezialisiert hatte. Mit dem mitgebrachten Spezialwerkzeug wurden die Kassen ausgeräumt.
Wie Herrmann abschließend deutlich machte, bewegen sich die Einbruchszahlen in diesem Jahr in Bayern bislang in etwa auf Vorjahresniveau. „Eine verlässliche Prognose für das gesamte Jahr 2016 können wir aber noch nicht treffen“, so der Minister. „Jedenfalls werden wir im Kampf gegen Wohnungseinbrecher nicht locker lassen.“ Bereits 2015 konnte die Bayerische Polizei durch verstärkte Fahndungsmaßnahmen eine ganze Reihe von Wohnungseinbrechern aus dem Verkehr ziehen, viele bislang ungeklärte Einbrüche aufklären und vor allem auch weitere Einbrüche verhindern. Dazu kommen eine optimierte Lagearbeit beispielsweise mit der Prognosesoftware ‚Precobs‘, eine bessere internationale Zusammenarbeit und verstärkte Präventionsmaßnahmen.
2015 ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bayern deutlich um knapp neun Prozent auf 7.480 Delikte zurückgegangen. Außerdem war das Einbruchsrisiko in Bayern im vergangenen Jahr bundesweit mit Abstand am geringsten. Während Bayern rund 59 Einbrüche pro 100.000 Einwohner hatte, lag der bundesweite Durchschnitt mehr als dreimal so hoch (206), in Nordrhein-Westfalen sogar sechsmal höher (354).

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