Moderne Kriminalität benötigt bestens ausgebildete Polizeibeamte

17. Oktober 2016 | Themenbereich: Polizei, Saarland | Drucken

Globalisierung, Virtualisierung, weltweite Flüchtlingsströme, Terrorismus oder grenzüberschreitende Organisierte Kriminalität sind nur einige gesellschaftliche Themen mit denen sich die Polizei aus sicherheitsspezifischen Aspekten befassen muss.
Althergebrachte Kriminalitätsfelder wie Eigentums- oder Betäubungskriminalität vernetzen sich zunehmend online und nutzen die sich ergebenden Möglichkeiten technischer Natur zu Absprachen sowie zur Durchführung Ihrer Straftaten aus. Die Bank wird sprichwörtlich nicht mehr real sondern eher virtuell überfallen.

Wie begegnet man diesem Phänomen im Jahre 2016 aus polizeilicher Sicht im Saarland?

Neueinstellungen werden drei Jahre allgemein ausgebildet. Die theoretische Ausbildung zum kriminalpolizeilichen Sachbearbeiter geschieht mit einem Qualifizierungslehrgang (QLK) in nicht einmal drei Monaten.

Dieser QLK bindet Lehrpersonal, das für dringende kriminalpolizeiliche Fortbildung nicht mehr zu Verfügung steht. Beamte die den QLK absolvieren, fallen in Zeiten ohnehin knapper Personalressourcen Dienststellen weg, wo sie dringend benötigt werden.

Dem könnte durch ein spartenspezifisches Studium der Berufseinsteiger zielführend begegnet werden. Es stellt sich ebenso die Frage, welche fachspezifischen kriminalpolizeilichen Inhalte in einem so kurzen QLK vermittelt werden können. Es kann aufgrund der knappen Zeitspanne nur ein Überblick sein, und keinesfalls in der benötigten Tiefe geschehen.

Die in der Strafverfolgung ohnehin knappen Personalressourcen gilt es unbedingt höchst effektiv einzusetzen!

Spezialisten, welche sich möglicherweise für einen Berufswunsch Kriminalist interessieren, sehen heute von einer Bewerbung ab. Sie werden erst jahrelang interessensfremd verwendet, bevor sie die Möglichkeit erhalten in kriminalpolizeilichen Aufgabenfeldern eingesetzt zu werden.

Wer im Hier und Jetzt verharrt, ist angesichts rasanter technologischer und globaler Entwicklungen nicht zukunftsfähig!

Dies muss bereits in der Ausbildung beginnen!

Der BDK Saarland unterstützt ausdrücklich den Vorstoß der innenpolitischen Sprecherin der Fraktion Die Linke, Birgit Huonker, die eine spartenspezifische Ausbildung von Kriminalbeamten fordert.

„Der Weg, in Sachsen-Anhalt ab dem Studienjahr 2017 einen eigenständigen Studiengang für die Kriminalpolizei einzuführen, ist eine folgerichtige Entscheidung für eine gut ausgebildete, zukunftsfähige Kriminalpolizei. Das neben den Bundesländern Hessen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin ein weiteres, im Bereich der spezialisierten Ausbildung der Kriminalbeamten umsteuert, sollte auch in den anderen Bundesländern Schule machen“, so der Landesvorsitzende Helge Stoll.

Herr Innenminister passen Sie die Ausbildung den Anforderungen der Kriminalitätsbekämpfung an. Richten Sie einen eigenen Studiengang für die Kriminalpolizei ein.

Die Polizei von Morgen profitiert von den Experten, die sie heute ausbildet.

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