Präventive Maßnahmen reduzieren Einsatzbelastung der Polizei

14. Oktober 2016 | Themenbereich: Prävention, Rheinland-Pfalz | Drucken

Die Zahl der Einsatzbelastung der Polizei in den oberen fünf Spielklassen konnte in der Saison 2015/2016 um 15.587 Einsatzstunden reduziert werden. Dieser niedrigste Stand der letzten vier Spielzeiten basiert auf präventiven polizeilichen Maßnahmen. So werden vermehrt erkannte Störer vom Besuch der Fußballspiele abgehalten.

Im Ligaspielbetrieb (Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, Regionalliga Südwest und der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland) kamen in Rheinland-Pfalz 11.258 (2014/2015: 14.477) Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte zum Einsatz. Sie leisteten dabei insgesamt 78.398 Einsatzstunden (2014/2015: 93.985). Besonders personalintensiv waren Hochrisikospiele wie 1. FSV Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt oder Begegnungen in der Regionalliga Südwest mit Vereinen wie SV Waldhof Mannheim.

Die rheinland-pfälzische Polizei leitete insgesamt 284 (2014/2015: 385) Strafverfahren ein. Es wurden 33 (2014/2015: 74) Personen, davon 3 (2014/2015: 23) Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt.

„Die deutliche Reduzierung von Verletzten ist ein positiver Trend, der sich hoffentlich auch in der aktuellen Spielzeit fortsetzt. Aber 33 Verletzte bei Fußballspielen sind 33 zu viel“, unterstreicht Innenminister Roger Lewentz.

Es ist ein zunehmendes Phänomen, dass enormer Alkoholkonsum im Vorfeld der Spiele in der Folge zu einer wachsenden Hemmungslosigkeit bei der Gewaltausübung führt. Bei Aggressionsdelikten schrecken viele Straftäter auch nicht davor zurück, Polizistinnen und Polizisten gezielt anzugreifen. Hier seien gerade auch die Vereine angehalten, die DFB-Stadionrichtlinien noch konsequenter umzusetzen, und stark alkoholisierten Personen den Zutritt zu den Stadien zu verwehren, so der Minister.

Entgegen dem bundesweiten Trend wurden in Rheinland-Pfalz deutlich mehr Strafverfahren nach dem Zünden von Pyrotechnik eingeleitet. Die Zahl von insgesamt 111 in den ersten vier Ligen in der Saison 2014/2015 stieg auf 144 entsprechende Verfahren in der Spielzeit 2015/2016 (davon 88 in der Regionalliga Südwest).

„Die rheinland-pfälzische Polizei verfolgt Verstöße ausnahmslos, weil mit Pyrotechnik alle Stadionbesucher gefährdet werden“, unterstreicht Lewentz. In der vergangenen Saison wurden sechs Personen durch das Zünden von Pyrotechnik verletzt, davon ein Polizeibeamter. Acht verletzte Einsatzkräfte der Polizei (insgesamt 13 Verletzte) waren in der Saison 2014/2015 als Folge des Zündens von Pyrotechnik zu beklagen.

Die Spiele der Saison 2015/2016 wurden in Rheinland-Pfalz von 1.022.137 Zuschauerinnen und Zuschauern (2014/2015: 1.179.316) besucht. Rund 1,45 Prozent davon wird als gewaltbereit oder zur Gewalt entschlossen eingestuft. Damit ist die Zahl der sogenannten Problempersonen in den rheinland-pfälzischen Fußballstadien im Vergleich zur vorherigen Saison von 1,30 Prozent erneut leicht angestiegen, 2013/2014 waren es noch 1,16 %.

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