Neue Kooperationen in der sächsisch-polnischen Grenzregion

6. Oktober 2016 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen | Drucken

Im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen – Sachsen 2014-2020 können weitere acht Projekte im sächsisch–polnischen Grenzgebiet umgesetzt werden. Der Begleitausschuss des Programms bestätigte gestern (5. Oktober 2016) in Boles?awiec (Polen) grenzübergreifende Gemeinschaftsprojekte, die mit rund 6,2 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert werden.

„Die Bestätigung dieser grenzübergreifenden Projekte zeigt deutlich, wie wichtig das Kooperationsprogramm für die Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Institutionen als Beitrag zur Entwicklung der sächsisch-polnischen Grenzregion ist“, sagte Staatsminister Schmidt.

Die kulturellen Einrichtungen aus den Partnerstädten Bautzen und Jelenia Góra werden ein Projekt im Bereich Kultur umsetzen. In dessen Rahmen werden verschiedene Treffen und Veranstaltungen wie Kunstfestivals, Konzerte, Workshops und Ausstellungen organisiert, die das Kulturleben und die Kulturprodukte der beiden Regionen präsentieren. Das dreijährige Projekt hat insbesondere junge Menschen und Künstler aus beiden Ländern im Fokus. Die europäische Förderung beläuft sich in diesem Projekt auf knapp 600 000 Euro.

Dank der genehmigten Projekte werden auch die Bereiche der inneren Sicherheit und des Rettungsdienstes sowie des Brand- und Katastrophenschutzes beiderseits der Grenze gestärkt. So werden die benachbarten Landkreise Görlitz und Zgorzelec im Rahmen der gemeinsamen Prävention u. a. ein System zum grenzübergreifenden Informationsaustausch über Hochwassersituationen schaffen, das der optimalen Steuerung der Einsatzkräfte sowie der Information der Bevölkerung dienen soll. Die Europäische Union unterstützt dieses Vorhaben mit mehr als 800 000 Euro.

Das nächste Aufrufverfahren (Call) wird vom 23. November 2016 bis zum 23. Januar 2017 in dem Bereich der grenzübergreifenden Aus- und Weiterbildung (3. Prioritätsachse) eröffnet. Die Calls für die Prioritätsachsen „Gemeinsames Natur- und Kulturerbe“ sowie „Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Institutionelles Potenzial“ sind für die zweite Hälfte des Jahres 2017 geplant.

Hintergrund:

Das Kooperationsprogramm INTERREG Polen – Sachsen 2014-2020 wird auf der deutschen Seite in den Landkreisen Görlitz und Bautzen des Freistaates Sachsen und auf der polnischen Seite in der Unterregion Jelenia Góra der Woiwodschaft Niederschlesien und Landkreis ?arski der Woiwodschaft Lebuser Land umgesetzt. Dafür stehen 70 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Verfügung. Die Programmmaßnahmen leisten in verschiedenen Schwerpunktbereichen einen aktiven Beitrag zur Überwindung von Entwicklungsbarrieren im polnisch-sächsischen Grenzraum.

Seit Programmstart im Juli 2015 wurden damit bereits 27 grenzübergreifende Projekte mit rund 37 Millionen Euro aus den zur Verfügung stehenden Mitteln für eine Förderung bestätigt.

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