BDK würdigt scheidenden Direktor des Brandenburgischen Landesinstituts für Rechtsmedizin

30. September 2016 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Heute wird der langjährige Direktor des Brandenburgischen Landesinstituts für Rechtsmedizin, Dr. med. Jörg Semmler (65), in den Ruhestand verabschiedet. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) – Landesverband Brandenburg – würdigt den scheidenden Institutsleiter als hochkompetenten Fachmann und engagierte Führungskraft. Dazu erklärte der BDK-Landesvorsitzende Riccardo Nemitz (43): „Dr. Semmler ist mit Leib und Seele Rechtsmediziner. Auch als Direktor hat er immer wieder selbst am Sektionstisch gestanden, Tatbeteiligte untersucht und gemeinsam mit der Kripo Verbrechenstatorte begutachtet. Das entspricht nicht nur seinem beruflichen Selbstverständnis, sondern hat wohl auch mit der immer wieder angespannten personellen Situation der Rechtsmedizin und damit Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Sache zu tun.“ Semmler genieße über seine Profession und Brandenburg hinaus hohe fachliche und menschliche Anerkennung. Die Rechtsmedizin sei ein wichtiger Partner von Kriminalpolizei und Justiz bei der Verbrechensbekämpfung. Ohne ihre akribische und engagierte Arbeit würden viele Verbrechensopfer und Hinterbliebene keine straf- und zivilrechtliche Genugtuung erfahren.

Dr. Semmler plädierte immer wieder für eine Verbesserung der ärztlichen Leichenschau und deutlich mehr Obduktionen. Eine Sichtweise, die von Staatsanwaltschaften, Kriminalpolizei und BDK vehement unterstützt wird. Aber er kritisierte nicht nur, sondern unterbreitete stets konstruktive Lösungsansätze und engagierte sich immer wieder auch persönlich in der Fortbildung für Ärzteschaft, Polizei und Justiz. So referierte Dr. Semmler im vergangenen Jahr auf einer vom BDK ausgerichteten Fachveranstaltung an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) vor mit der Leichenschau konfrontierten Ärzten, Kriminalisten und Staatsanwälten aus ganz Brandenburg.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter wünscht Dr. Semmler für den neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute.

Dr. med. Jörg Semmler wurde 1951 geboren und ist seit 35 Jahren Facharzt für Rechtsmedizin. Seine rechtsmedizinische Laufbahn begann am damaligen Institut für Rechtsmedizin des Bezirkes Potsdam, wo er bereits 1984 Oberarzt wurde. Seit 2004 war er Prosektor und stellvertretender Direktor des 1991 gegründeten Brandenburgischen Landesinstituts für Rechtsmedizin, das seinen Hauptsitz in Potsdam hat und über eine Außenstelle in Frankfurt (Oder) verfügt. Als Gründungsdirektor MR Dr. med. Wolfgang Mattig 2009 in den Ruhestand ging, trat Dr. med. Semmler seine Nachfolge an.

Das Aufgabenspektrum der Rechtsmedizin geht weit über Obduktionen hinaus. So erfolgen im Rahmen der Beweisführung in Strafverfahren beispielsweise auch sogenannte Lebendbegutachtungen (gerichtsärztliche Untersuchungen von Verbrechensopfern und Beschuldigten) sowie Gift-, Alkohol-, und Drogenuntersuchungen. Rechtsmediziner bringen ihre Feststellungen als Sachverständige insbesondere bei Kapitaldelikten direkt in die Beweisaufnahme vor den Strafgerichten ein und stehen den Prozessbeteiligten Rede und Antwort.

Nemitz abschließend: „Im Interesse der Rechtssicherheit für unsere Bürger braucht Brandenburg eine personell, finanziell und strukturell gut aufgestellte Strafverfolgung. Die Rechtsmedizin ist dabei ein essentielles Puzzleteil. Die Landesregierung im Allgemeinen und die für die Rechtsmedizin unmittelbar zuständige Gesundheitsministerin Diana Golze im Besonderen sollten sich dessen immer bewusst sein.“

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.