Ein Jahr „Blitzer“ an der Rader Brücke: 34.317 Verwarnungs- und Bußgelder

20. September 2016 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Verkehr | Drucken

Die vor einem Jahr zum Schutz der Rader Brücke installierten Blitzer-Säulen an den Zu- und Abfahrten des 1500 Meter langen und 45 Jahre alten Bauwerks haben sich aus Sicht von Landesregierung und Polizei bewährt. Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute (19. September) bei einem Ortstermin an der Brücke erläuterte, seien seit dem 14. September letzten Jahres an 297 Tagen rund 15,5 Millionen Fahrzeuge aller Art erfasst worden. Dabei seien in 112.676 Fällen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit festgestellt und 34.317 Verwarnungs- und Bußgelder verhängt worden.

„“Das entspricht einer Verstoß-Quote von nur 0,73 Prozent und belegt eindrucksvoll, dass sowohl die Blitzersäulen selbst als auch die Warnhinweise vor den Radarkontrollen die gewünschte abschreckende Wirkung entfalten““, sagte Meyer. Er erinnerte daran, dass die rund 250.000 Euro teuren Messgeräte vor einem Jahr ausschließlich zum Schutz des maroden Bauwerks installiert wurden. Die Kontrollen wurden mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz abgestimmt. Seit der Notsanierung der Brücke im Sommer 2013 gilt für Lkw über 7,5 Tonnen eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h sowie ein 25-Meter-Abstandsgebot und für Großraum und Schwertransporte über 84 Tonnen ein generelles Durchfahrverbot. Für Pkw ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke auf 100 km/h begrenzt (bei Sturm auf 80 km/h). Statik-Experten haben für die Rader Brücke eine Restnutzungsdauer bis zum Jahr 2026 errechnet – bis dahin soll die Brücke durch einen Neubau ersetzt sein.

Wie Meyer weiter sagte, konnten von den über 112.000 zu schnellen Fahrzeugen – der rasanteste Pkw-Fahrer war mit 214 km/h unterwegs – nur ein Drittel weiterverfolgt werden. Hintergrund seien unter anderem Fehlmessungen, wenn die Geräte beispielsweise Fahrzeuge als Lkw identifizieren, die aber als Pkw gemeldet sind. Darüber hinaus seien teilweise Kennzeichen nicht lesbar oder Fahrzeugführer nicht erkennbar. Sofern Verkehrsteilnehmer aus einem EU-Staat kommen, der die Richtlinie zur Rückverfolgbarkeit von Verkehrssündern in der Europäischen Union noch nicht umgesetzt hat, erfolgt ebenfalls keine Auswertung. Hintergrund: In einigen EU-Staaten fehlen noch die technischen Voraussetzungen, um den Austausch der Daten über Ländergrenzen hinweg vorzunehmen. Die Dänen, auf deren Konto ein erheblicher Teil der Verstöße geht, müssen die Richtlinie bis spätestens Mai kommenden Jahres umgesetzt haben.

Wie Meyer weiter sagte, wurden 37.652 Fahrerinnen und Fahrer angezeigt, davon 15.589 Pkw und 17.623 Lkw. Es wurden 20.414 Verwarnungsgeldangebote (bis 55 Euro) und 13.903 Bußgeldanzeigen zugestellt. Die Bußgelder gehen an den Kreis Rendsburg-Eckernförde, die Verwarnungsgelder an das Land.

„“Unser Ziel ist und bleibt aber weiterhin, vor allem an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer zu appellieren, durch vorschriftsmäßige Fahrweise dafür zu sorgen, dass wir die errechnete Restnutzungszeit der Hochbrücke von zehn Jahren auch tatsächlich sicher erreichen werden““, sagte Meyer.

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