Schleswig-Holstein professionalisiert Mediation in Strafsachen weiter

16. September 2016 | Themenbereich: Justiz, Schleswig-Holstein | Drucken

Justizstaatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer hat heute (16.September) im Jugendfeuerwehrzentrum den insgesamt 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Ausbildungsgangs „Mediation in Strafsachen“ zum erfolgreichen
Abschluss gratuliert. „“Im schleswig-holsteinischen Gesamtkonzept der Mediation im Strafrecht spielt die gute Qualifikation der beteiligten Fachkräfte eine herausragende Rolle. Mediationsarbeit orientiert sich an den Standards des TOA-Servicebüros, um eine bundeseinheitliche, qualitativ gute Mediationsarbeit zu gewährleisten. Mediation ist bereits fester Bestandteil von Konfliktregelungen im sozialen Nahbereich, in der Arbeitswelt, in Wirtschaftsunternehmen und bei den Zivilgerichten. Einen Streit zu schlichten heilt Beziehungen und spart Kosten. Es geht darum, die jeweiligen Parteien in der Konfliktlösung und der wechselseitigen Kommunikation zu unterstützen mit dem Ziel einer Wiedergutmachung von emotionalen und materiellen Schäden. Dabei müssen beide Parteien im Blick behalten werden, um die bei Straftaten oftmals besonders belastenden Konflikte zu entschärfen und zu befrieden““, erklärte der Staatssekretär.

Die positiven Erfahrungen seien ein Grund, warum man im Koalitionsvertrag eine Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs, vor allem in Jugendstrafverfahren, vereinbart habe. „“Damit folgen wir zudem dem Rechtsverständnis der EU-Opferschutzrichtlinie und dem 3. Opferrechtsreformgesetz, das Anfang 2017 in Kraft tritt. Ein Kernanliegen dieser Richtlinie ist die Stärkung des Opferschutzes im Täter-Opfer-Ausgleichsverfahren. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Jugend-TOAs und der landesweiten Grundqualifizierung von Mediatoren hat die Landesregierung wesentliche Schritte zur Umsetzung der Richtlinie unternommen““, bekräftigte Schmidt-Elsaeßer.

Der vom Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung (TOA-Servicebüro) angebotene Qualifizierungslehrgang zu professionellen Mediator/innen fand in Schleswig-Holstein bereits zum zweiten Mal statt. Zielgruppe waren zukünftige Mediatorinnen und Mediatoren in den Einrichtungen für Täter-Opfer-Ausgleich, aber auch Führungskräfte aus Justiz und Vollzug. Vor dem Hintergrund der Einführung von Restorative Justice Maßnahmen im Vollzug haben aus jeder Haftanstalt Vollzugsabteilungsleiterinnen und -leiter eine Grundqualifizierung „Mediator/in in Strafsachen“ absolviert. Die Grundausbildung beinhaltet unter anderem ein Kommunikationstraining im Umgang mit Konflikten, Einführung in die Methoden von Restorative Justice sowie die Anwendung von Vermittlungs- und Gesprächsführungstechniken.

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