„NINA“ warnt Niedersachsen digital vor Katastrophen und Unglücksfällen

2. September 2016 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Niedersachsen | Drucken

Das Land Niedersachsen startet am 1. November 2016 im Probebetrieb ein neues flächendeckendes digitales Warnsystem. „In unterschiedlichen Situationen müssen Bürgerinnen und Bürger schnell und zuverlässig gewarnt werden, um sich entsprechend schützen zu können – zum Beispiel bei einer Extremwetterlage oder auch bei einem möglichen Terroranschlag“, so Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius.

Das System eröffnet allen Katastrophenschutzbehörden den Zugang zu dem vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelten Modularen Warnsystem (MoWaS). Ein Bestandteil dieses Systems ist die so genannte WarnAPP „NINA“, die durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe kostenlos bereitgestellt wird. „Fast jeder Niedersachse hat heutzutage ein Smartphone oder ein Tablet. Wenn sie die App herunterladen, erreichen wir mit konkreten Warnmeldungen oder Verhaltenshinweisen sehr viele Menschen“, so Pistorius.

Neu ist, dass mit dem satellitengestützten MoWaS jede kommunale Leitstelle über eine Warnzentrale verschiedene Medien ansteuern und Durchsagen an Rundfunkanstalten und Fernsehen auch bei Ausfall der Telekommunikation für ihren eigenen Bereich veranlassen kann. Es ist vorgesehen, in einem nächsten Ausbauschritt die Feuerwehreinsatzleitstellen des Landes Niedersachsen mit einer Softwarelösung auszustatten, damit dort Warnmeldungen selbst vorbereitet und an die Warnzentrale versandt werden können.

Eine Reihe von niedersächsischen Katastrophenschutzbehörden geben über „NINA“ hinaus bereits heute Warnmeldungen über APP’s anderer Anbieter heraus. Diese werden durch die Katastrophenschutzbehörden weiterhin bedient und können parallel zu „NINA“ auf dem Smartphone betrieben werden.

Die Warnung der Bevölkerung vor Unglücksfällen und Katastrophen ist Aufgabe der niedersächsischen Gefahrenabwehrbehörden und der Katastrophenschutzbehörden. Ereignisse wie zum Beispiel Flutkatastrophen oder die Absage eines Fußball-Länderspiels nach einer Terrorwarnung haben jedoch gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht, um losgelöst von der Art der Gefahr die betroffene Bevölkerung in geeigneter Weise warnen zu können. Der Bund hat sich von einem einst flächendeckenden Warnsystem mit Weckeffekt (Sirenen und Warnämter) zurückgezogen. Ein Teil der Sirenen wurde von den Gemeinden übernommen, ein anderer Teil ersatzlos abgebaut. Die niedersächsischen Katastrophenschutzbehörden haben daraufhin zwischenzeitlich Warnungen z.B. über Rundfunkdurchsagen, Lautsprecherdurchsagen, Sirenen oder Social Media veranlasst. „Mit dem neuen System können die Reaktionszeit verringert und die Verbreitung deutlich erhöht werden“, so Minister Pistorius.

 

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