Bundeseinheitliche Leichenschau erforderlich

16. August 2016 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Thüringen | Drucken

Es ist ein Thema was schon seit Jahren von Rechtsmedizinern, Ermittlern aber auch von der Politik diskutiert wird. Während in Thüringen glücklicherweise die sogenannte zweite Leichenschau vor der Einäscherung vorgeschrieben ist, gibt es in anderen Bundesländern unterschiedliche gesetzliche Regelungen und Verordnungen.

Stellt der Rechtsmediziner bei der zweiten Leichenschau einen unnatürlicher Tod fest, wird die Einäscherung gestoppt. So spricht die Leiterin des Instituts für Rechtsmedizin in Jena, Frau Professor Gita Mall, in einem Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 09.08.2016 von 230 bis 460 Fällen pro Jahr.

Stirbt ein Mensch, muss ein Arzt den Tod amtlich feststellen. Dabei kommt ein Arzt zum Einsatz, der gerade verfügbar ist. Fraglich ist, ob zum Beispiel der Augen-Arzt oder Urologe die Todesart sicher als „natürlich“, „nicht natürlich“ oder „ungeklärt“ klassifizieren kann und dabei nicht kleine und wichtige Details übersieht, weil er vielleicht gar nicht (mehr) weiß, worauf er achten muss.

Aus kriminalistischer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum die Feststellung der Todesursache nicht durch einen unabhängigen und speziell dafür ausgebildeten Rechtsmediziner erfolgt. Viele Todesfälle, bei denen „nachgeholfen“ wurde, könnten so entdeckt und aufgeklärt werden. Ein Zugewinn nicht nur für den Rechtsstaat, sondern auch für die Hinterbliebenen.

Es muss deshalb eine bundeseinheitliche unabhängige Leichenschau geben, die von einem besonders ausgebildeten Mediziner durchgeführt wird.

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