Der niedersächsische Justizvollzug bildet Gefangene erfolgreich aus

5. August 2016 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Das Niedersächsische Justizministerium zieht nach Abschluss des Schul- und Ausbildungsjahres 2015/2016 erneut eine positive Bilanz der schulischen und beruflichen Ausbildung für Gefangene.

„Wer aus dem niedersächsischen Justizvollzug entlassen wird, soll eine Perspektive für ein künftig straffreies Leben haben. Ein Arbeitsplatz ermöglicht ein geregeltes Einkommen, einen Tagesrhythmus und soziale Kontakte. Das sind nachweislich die entscheidenden Faktoren für eine gelungene Resozialisierung. Deshalb sind wir stolz, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Gefangene einen erfolgreichen Abschluss erlangt haben“, erklärt Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz.

Nach dem Niedersächsischen Justizvollzugsgesetz dienen Arbeit, arbeitstherapeutische Beschäftigung sowie Aus- und Weiterbildung insbesondere dem Ziel, den Gefangenen Fähigkeiten für eine Erwerbstätigkeit nach der Entlassung zu vermitteln bzw. vorhandene Fähigkeiten zu erhalten oder zu fördern. Da die Bildungsvoraussetzungen und Berufserfahrungen der Gefangenen sehr unterschiedlich sind, halten die Justizvollzugseinrichtungen ein breit gestreutes Angebot an schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vor. Diese vielfältigen und zum Teil auch sehr anspruchsvollen Ausbildungsmöglichkeiten haben die Gefangenen im Schuljahr 2015/2016 auf landesweit 1.011 Aus- und Weiterbildungsplätzen durchgängig mit großem Interesse und überwiegend mit gutem bis sehr gutem Erfolg genutzt.

Im Schul- und Ausbildungsjahr 2015/2016 konnten insgesamt 81 Hauptschul- und 51 Realschulabschlüsse vergeben werden, die Mehrzahl davon im Jugend- und Jungtätervollzug. Erneut schlossen auch erwachsene Gefangene den Hauptschulkurs mit sehr guten Leistungen ab und streben anschließend höherwertige Schulabschlüsse an. Zusätzlich erlangten 35 junge Gefangene einen Förderschulabschluss. Neun Jugendliche besuchten eine Alphabetisierungsmaßnahme. 116 Gefangene bereiteten sich in Elementar- und Förderkursen auf den Besuch einer schulischen Ausbildungsmaßnahme vor. 72 Gefangene haben die deutsche Sprache im Rahmen von zertifizierten Vollzeitmaßnahmen erfolgreich erlernt.

66 Gefangene erlangten Abschlüsse in anerkannten Ausbildungsberufen u.a. im Gastronomie-, Metall-, Bau-, Holz- und Bürobereich. Ein Gefangener der Jugendanstalt Hameln wurde im Rahmen der Gesellenprüfung vom Verband des Tischlerhandwerks mit dem 3. Platz für eine „Gute Form“ ausgezeichnet.

64 Gefangene absolvierten Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und 242 Gefangene schlossen eine Einstiegsqualifizierung oder eine Helferausbildung u.a. in den Bereichen Glas- und Gebäudereinigung, Lager-Logistik, Gastronomie, Metallbau und Garten- und Landschaftsbau erfolgreich ab. 215 Gefangene absolvierten den Europäischen Computerführerschein (ECDL) und 146 erwarben Zusatzqualifizierungen wie das Schweißzertifikat und den Gabelstaplerführerschein.

 

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