Innenminister Pistorius zum Schulstart in Niedersachsen: „Fahrt langsam – nehmt Rücksicht auf Kinder!“

4. August 2016 | Themenbereich: Niedersachsen, Verkehr | Drucken

In Niedersachsen enden heute (4. August 2016) die Sommerferien und das neue Schuljahr beginnt. Damit starten rund 69.000 Kinder erstmalig in den Schulalltag, viele von ihnen werden in den kommenden Tagen und Wochen ebenso das erste Mal alleine im Straßenverkehr unterwegs sein. Um alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer für diese besondere Situation zu sensibilisieren, veranstaltet das Land Niedersachsen seit fast 20 Jahren die Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“.

Deswegen hat der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, gemeinsam mit Michaela Gubert, stellvertretende Geschäftsführerin des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover, Bernward Franzky, Vorstandsmitglied des ADAC Niedersachsen Sachsen-Anhalt e.V. und Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., heute in der Grundschule Bissendorf in der Gemeinde Wedemark (Region Hannover) die diesjährigen Schwerpunktthemen der Verkehrssicherheitsaktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“ vorgestellt. Die Kooperationspartner sind eingebunden in die gemeinsame Aktion des Niedersächsischen Kultusministeriums, des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport.

„Wer erinnert sich nicht an den ersten Schultag, die Schultüte, die neuen Kameraden und das große Abenteuer, vielleicht sogar auch einmal alleine von zu Hause zur Schule und wieder zurück zu kommen. Das was aus der Perspektive der Mädchen und Jungen aufregend und spannend ist, bedeutet für alle anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass sie ganz besonders aufmerksam unterwegs sein müssen.

Das Ziel unserer gemeinsamen Aktion ist, dass die Kinder so schnell wie möglich über die Gefahren im Straßenverkehr aufgeklärt werden und lernen sollen, wie sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen können. Ich bitte alle Autofahrer, Fußgänger und Fahrradfahrer, die Augen offen zu halten und verstärkt auf Kinder Rücksicht zu nehmen“, appellierte Pistorius.

Der Minister hob in diesem Jahr besonders den Einsatz von Verkehrshelfern, den sogenannten Schulweglotsen, in Niedersachsen hervor: „Alle Schülerinnen und Schüler, aber auch die Eltern und andere Erwachsene sind als Schulweglotsen extrem wichtig für die Sicherheit auf den Schulwegen in ganz Niedersachsen. Seit 1953 gibt es Schulweglotsen, und in Niedersachsen hat es seitdem an den von ihnen gesicherten Übergängen keinen einzigen schweren oder tödlichen Unfall mehr gegeben. Ich hoffe, dass diese Statistik noch sehr lange Bestand hat und bin froh, dass wir bisher viele Verkehrshelfer gewinnen konnten. Gleichzeitig möchte ich aber auch bei allen Eltern, Schülern und sonstigen Interessierten dafür werben, sich selbst für dieses Ehrenamt zu engagieren.“

„Der Fußgänger-Profi“ – Mobilitätsbildung kompakt

Der Innenminister übergab heute, stellvertretend für die rund 2.000 Grundschulen in Niedersachsen, das erste Exemplar des neu erstellten Unterrichtsbegleitheftes „Der Fußgänger-Profi“ an die Leiterin der Grundschule Bissendorf, Stefanie Hengst.

Diese Broschüre ist in jüngster Vergangenheit als gemeinsames Projekt der Kooperationsgemeinschaft „Kleine Füße – sicherer Schulweg“ unter der Federführung der drei niedersächsischen Ministerien (Niedersächsisches Kultusministerium, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport) erstellt worden. Dabei bündelt „Der Fußgänger-Profi“ in acht Phasen eine Vielzahl an Beispielen für die Mobilitätsbildung zu einer umfassenden Unterrichtseinheit. Lehrkräfte in den Schulklassen der Jahrgänge 1 und 2 können damit erstmalig kompakt ihren Unterricht gestalten, wenn es darum geht, Kinder rund um fit zu machen für die Bewältigung des Schulweges. Der Schwerpunkt liegt dabei in dem „Zu Fuß zur Schule gehen“ und berücksichtigt ebenso eine Einbeziehung der Eltern.

Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt sagt: „Lehrkräfte begleiten unsere Schülerinnen und Schüler bei ihrem Einstieg in ihren Bildungsprozess und auf ihrem Lebensweg. Es ist wichtig, dass wir die Lehrkräfte bei dieser Arbeit unterstützen. Mit dem Projekt und den Materialien „Die Fußgänger-Profis“ erhalten die Schulen ein Angebot, um Schülerinnen und Schüler in ihrer selbstständigen Mobilität zu fördern. Die sozialen Kontakte auf dem Schulweg, das Erleben der Umwelt und die Bewegung stärken die Autonomie und das Selbstbewusstsein unserer Kinder. Gleichzeitig werden die Eltern für das an vielen Schulen bestehende Problem der „Elterntaxis“ und für Fragen einer nachhaltigen Mobilität sensibilisiert.“

„Der Fußgänger-Profi“ ist mit einer eingebundenen CD versehen und wird allen Grundschulen in Niedersachsen in ausreichender Anzahl zur Verfügung gestellt.

Vor der Grundschule im Ortsteil Bissendorf in der Gemeinde Wedemark sprühte Minister Pistorius zusammen mit Schülern und Lehrern ein Paar der „Kleinen gelben Füße“ auf den Boden, die schon seit Jahren fester Bestandteil der Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“ sind. Sie werden an Stellen auf den Boden gesprüht, die sich besonders gut zum Überqueren einer Straße eignen.

Dazu der niedersächsische Wirtschaftsminister, Olaf Lies: „Ich möchte gerade zu Beginn des Schuljahres alle Verkehrsteilnehmer daran erinnern, besonders auf die kleinsten Verkehrsteilnehmer zu achten. Viele Erstklässler sind zum ersten Mal alleine im Straßenverkehr unterwegs und können Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Die kleinen gelben Füße geben den Schülerinnen und Schülern eine gute Orientierung. Zusätzlich müssen aber auch die Eltern Verantwortung übernehmen und ihre Kinder gerade am Anfang auf dem Weg zur Schule begleiten. Dabei sollten sie das Auto stehen lassen und die Wege gehen, die die Kinder in Zukunft alleine zurücklegen müssen. Denn nur wer den Schulweg geübt hat, fühlt sich im Straßenverkehr sicher.“

„Polibag“ – ein erfolgreiches Projekt nimmt die Verkehrssicherheit von Kindern ins Visier

Im Rahmen der heutigen Veranstaltung stellte der Innenminister auch das Folge-Projekt zu „Polibag“ vor.

Während beim ersten Durchlauf im vergangenen Jahr aus ausgedienten grünen Motorradkombis der Polizei neue Sport- und Freizeittaschen hergestellt worden waren, stehen jetzt die leuchtend gelben Polizeiwarnjacken im Fokus der modischen und umweltfreundlichen „Neu-Verarbeitung“. Im Rahmen des Projektes entwickelten Studierende des Studiengangs Modedesign der Hochschule Hannover gemeinsam mit dem Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) und dem niedersächsischen Innenministerium eine trendige Taschenkollektion und weitere Accessoires. Die nicht mehr nutzbaren gelben Warnjacken der Polizei sollen als verkehrssichere, funktionale, aber auch schicke Accessoires für Kinder im Schulalter im wahrsten Sinne des Wortes eine zweite Chance bekommen. Unterstützt wurden die jungen Studentinnen bei ihrer Ideensammlung von einer Schulklasse der Grundschule Bissendorf in der Gemeinde Wedemark. Die Fertigung erfolgt u.a. durch die Göttinger Werkstätten, eine Einrichtung, die die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen fördert. Die Kollektion umfasst vier Taschenmodelle und weitere Artikel, die ab sofort unter dem Namen „Polibag“ über den Internetauftritt des LZN (www.lzn.niedersachsen.de) zum Verkauf angeboten werden.

„Dieses Projekt ist eine runde Sache, die Rucksäcke, Messenger Bags oder Sporttaschen aus der Polibag-Collection sind nachhaltig, bedeuten ein Plus für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und sind dazu auch noch schick. Es ist außerdem ein wichtiges Signal, dass wir mit diesem Projekt auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung fördern“, so Minister Pistorius.

Weitere Bausteine der jährlich wiederkehrenden Schulanfangsaktion, die auch im Internet zu finden sind, ist der Kurzfilm „Abenteuer Schulweg“, der Schulwegplan, der „Bus auf Füßen“, der Elternbrief zur Einschulung, das Fußgängerdiplom in Kindertagesstätten, das Programm „Aufgepasst mit ADACUS“, das Moderatorinnen und Moderatoren an Grundschulen durchführen, sowie Aktionsplakate, Spannbänder und Schablonen für die „Gelben Füße“.

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