„Druck auf Wohnungseinbrecher erhöhen“

25. Juli 2016 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat auf dem Gelände der Tank- und Rastanlage in Medenbach eine Kontrollstelle der Polizei besucht. Die Maßnahme ist Bestandteil des umfangreichen Maßnahmenbündels der Sommerkampagne 2016 zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls (WED). Vom 15. Juli bis 18. September 2016 werden in ganz Hessen verstärkt Fahndungs-, Ermittlungs-, Kontroll- und Präventionsaktionen mit dem Schwerpunkt WED durchgeführt. Außerdem stellte der Minister den „Jahresbericht der Kriminal- und Verkehrsprävention 2015“ vor, der einen Überblick zu den umfangreichen Präventionsmaßnamen der hessischen Polizei gibt.

„Ein Wohnungseinbruchdiebstahl stellt einen erheblichen Eingriff in das Sicherheitsempfinden und die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger dar. Gerade die bevorstehende Urlaubszeit bietet den Tätern erfahrungsgemäß besonders günstige Bedingungen. Deshalb werden wir den Druck auf Wohnungseinbrecher erhöhen und gleichzeitig landesweit die Bevölkerung darauf hinweisen, wie sie sich besser schützen kann“, so Peter Beuth.

Ist der Briefkasten überfüllt, sind die Rollläden permanent geschlossen und wird sogar in sozialen Netzwerken mitgeteilt, dass der lang ersehnte Urlaub angetreten wurde, haben Einbrecher leichtes Spiel. Deshalb setzt die hessische Polizei bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls mit ihrer Sommerkampagne einen besonderen Schwerpunkt. Es werden Präventionsmaßnahmen durch lokale Aktionen wie „Wachsamer Nachbar“, Präventionsstreifen, Bürgergespräche, Vorträge zum Einbruchsschutz oder auch sicherungstechnische Beratungen durchgeführt. Einen besonderen Fokus legt die hessische Polizei allerdings auch auf verstärkte Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen. Dies bedeutet die verstärkte Kontrolle von Reisewegen, An- und Verkaufsgeschäften, einschlägiger Hotels und Liegenschaften sowie des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Kontrollen sind Bestandteil des hessischen Zehn-Punkte-Programms gegen den WED. Dieses umfasst täterorientierte Ermittlungen, eine übergeordnete Fachaufsicht des Hessischen Landeskriminalamts, die Schaffung spezieller Organisationseinheiten, den Einsatz von Operativen Einheiten, die Weiterentwicklung von Auswertung und Analyse, die Einführung neuer Techniken, die Berücksichtigung saisonaler und regionaler Besonderheiten, die Prävention, das Konzept „Wachsamer Nachbar“ und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit.

Die verkehrsgünstige Lage Hessens bietet reisenden Tätern gute Möglichkeiten Tatorte zu erreichen und nach der Tat eine schnelle Flucht anzutreten. Daher werden die Kontrollen auf den Bundesautobahnen intensiviert um Täter festzunehmen, Diebesgut sicherzustellen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, aber auch um potenzielle Täter zu verunsichern.

„Neben den Maßnahmen zur Sommerkampagne ist auch die Verbesserung der länderübergreifenden Zusammenarbeit ein wesentliches Ziel für das Jahr 2016. Der Beitritt zur Länderkooperation Wohnungseinbruchdiebstahl der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und wurde am 16. Juni 2016, durch die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung der Innenminister, besiegelt. Der bereits im letzten Jahr verstärkt umgesetzte täterorientierte Verfolgungsansatz wird mit den Kooperationsländern synchronisiert und intensiviert werden, davon versprechen wir uns bedeutsame Erfolge bei der Bekämpfung des WED. Straftatenserien können besser erkannt und gemeinsam verstärkt bekämpft werden“, sagte Innenminister Peter Beuth in Medenbach.

Um Tatserien schneller erkennen und bekämpfen zu können wurde in Hessen die Prognose-Software „KLB-operativ“ entwickelt. Sie ermöglicht eine speziell auf hessische Bedürfnisse und die bestehende Informationsbasis ausgerichtete Darstellung und Auswertung der täglich registrierten Wohnungseinbrüche. In vier Polizeidirektionen wurde „KLB-operativ“ bereits erfolgreich im Pilotbetrieb eingesetzt. Der Einsatz von dieser Software dient dem optimierten und effizienteren Kräftemanagement und der Effizienzsteigerung bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls. In den dunkleren Herbst- und Wintermonaten wird „KLB-operativ“ noch in einer weiteren Polizeidirektion zum Einsatz kommen. Der hessenweite Einsatz ist für das nächste Jahr geplant.

„Nicht nur bei der Bekämpfung des WED, sondern bei der Bekämpfung aller Straftaten kommt der Prävention eine erhebliche Rolle zu. Der ‚Jahresbericht Kriminal- und Verkehrsprävention 2015‘ des Hessischen Landeskriminalamts verdeutlicht wie aktiv die hessische Polizei in diesem Bereich ist. Die Präventionsarbeit der hessischen Polizei ist ein Musterbeispiel für Themenvielfalt und Professionalität“, lobte der Innenminister.

Die zentrale Botschaft der vielfältig angelegten polizeilichen Präventionsmaßnahmen lautet „Sicher in Hessen“. Der Einbruchschutz genießt auch hier einen hohen Stellenwert. Um Einbrechern im wahrsten Sinne des Wortes „einen Riegel vorzuschieben“, setzt die Polizei in Hessen mit Hochdruck ihre erfolgreichen sicherungstechnischen Beratungen während des ganzen Jahres fort. Bürgerinnen und Bürger können sich kostenlos in polizeilichen Beratungsstellen, Polizeiläden oder zu Hause durch polizeiliche Beraterinnen und Beratern informieren, wie Sie ihr Zuhause besser vor Einbrechern schützen können.

In der städtebaulichen Kriminalprävention trug die intensivierte regionale Zusammenarbeit mit Bauämtern, Architekten und der Wohnungswirtschaft Früchte. So wurde beim Neubau eines Studentenwohnheims in Offenbach das Sicherheitskonzept so vorbildlich umgesetzt, dass das Projekt sogar mit dem Gütesiegel „Sicher Wohnen in Hessen“ ausgezeichnet werden konnte. Der Zustrom von nahezu 80.000 Flüchtlingen nach Hessen in 2015 bestimmte auch die Arbeit der Migrationsbeauftragten maßgeblich. So nahmen die Migrationsbeauftragten der Präsidien zahlreiche Anlässe zur Vertrauensbildung und Sprachvermittlung wahr und informierten die Flüchtlinge über die Aufgaben und Zuständigkeiten der hessischen Polizei.

Im Bereich der Jugendkriminalität konnte im Frühjahr 2015 ein drittes Haus des Jugendrechts in Hessen eröffnen. Die auf den positiven Erfahrungen mit der Jugendsachbearbeitung im Wohnortprinzip aus den Häusern des Jugendrechts beruhenden Erkenntnisse, setzten die Akteure im Jahr 2015 flächendeckend und präsidiumsübergreifend um. Mit der landesweiten Umsetzung der Aktion „MAXimal mobil“ leistete die hessische Polizei einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit von Senioren. Zu den Präventionsthemen Fahrassistenzsysteme, Auswirkungen von Medikamenten auf die Fahrtüchtigkeit und sicherer Umgang mit Rollatoren, setzt die Polizei auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Weitere Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit konzentrierten sich auf schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer sowie das Thema Ablenkung im Straßenverkehr.

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