Amoklauf in München – erste Ermittlungsergebnisse

24. Juli 2016 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft München I und des Bayerischen Landeskriminalamtes

Wie bereits vom Polizeipräsidium München mitgeteilt, hat die Staatsanwaltschaft München I und das Bayerische Landeskriminalamt die Ermittlungen zu den tragischen Ereignissen von Freitag Nacht im Bereich des Münchner Olympiazentrums übernommen.

Die umfangreichen Ermittlungen werden von der Sonderkommission OEZ geführt . Nach den ersten Erkenntnissen war der 18-Jährige Deutsch-Iraner seit längerem in ärztlicher Behandlung. Unter anderem befand er sich von Juli bis September 2015 stationär in einem Krankenhaus in einer kinder- und jugendpsychatrischen Behandlung. Ein letzter ärztlicher Kontakt konnte im Juni 2016 festgestellt werden. Dies belegen auch gefundene ärztliche Unterlagen und Medikamente.
Zur Herkunft der verwendeten Handfeuerwaffe Glock 17 konnten bisher Hinweise auf einen Chatverlauf im Darknet gefunden werden, hier sind noch weitere umfangreiche Ermittlungen notwendig. Außerdem wurden Hinweise gefunden, dass der 18-Jährige in starkem Maße sog. „Ego-Shooter“ spielte. Am Tatort konnten 58 tatrelevante Hülsen sichergestellt werden. 57 davon stammen aus der verwendeten Handfeuerwaffe. Eine am Tatort sichergestellte Hülse stammt zweifelsfrei aus einer Polizeiwaffe.
Es ergeben sich keinerlei weiteren Hinweise auf die von Zeugen wahrgenommenen Langwaffen oder weitere Täter. Damit ist jetzt belegt, dass es sich bei der Tatausführung um einen Einzeltäter handelte.

Er erstellte außerdem einen Account bei dem Sozialen Dienst Facebook, bei dem er den Namen einer real existierenden Frau übernahm und Fotos von deren Account kopierte.
Die Eltern des 18-Jährigen sind weiterhin noch nicht vernehmungsfähig. Deshalb konnten Fragen, ob hier die Vorbereitungshandlungen, wie z.B. der Waffenkauf, bemerkt wurden, noch nicht geklärt werden. Bei den Opfern handelt es sich um sechs männliche Personen und drei weibliche
Personen. Es kamen sechs Jugendliche, ein Heranwachsender und zwei
Erwachsene ums Leben.
Die Opfer hatten folgende Staatsangehörigkeiten: Ungarisch, deutsch-türkisch, deutsch, türkisch, kosovarisch, griechisch und staatenlos. Bisher sind den Ermittlungsbehörden 35 Verletzte des Amoklaufes bekannt, davon sind zehn Personen schwer verletzt, davon vier mit Schussverletzungen.
Die weiteren Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft München I und dem Bayerischen Landeskriminalamt, Sonderkommission (SOKO) OEZ mit einer momentanen Personalstärke von mehr als 70 Beamten geführt.
Weitere Auskünfte zu den Ermittlungen können nicht erteilt werden.

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