Neue Jahresstatistik 2015 des Polizeiverwaltungsamtes

30. Juni 2016 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

„An erster Stelle der Verkehrsdelikte stehen mit knapp 1,1 Millionen die Geschwindigkeitsübertretungen. Sie sind Hauptunfallursache für schwere Verkehrsunfälle“. Darauf hat Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann anlässlich der Vorstellung der neuen Jahresstatistik 2015 des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts hingewiesen. 55 Prozent aller Fahrverbote gab es für Raserei. Herrmann kündigte noch für Juli 2016 neue Geschwindigkeitsschwerpunktkontrollen an. „Besonders Motorradfahrer stechen hierbei negativ hervor: Sie belegen 2015 die führenden Plätze bei den Schnellfahrern. Einer von ihnen fuhr mit 169 km/h sogar innerhalb einer geschlossenen Ortschaft. Trauriger Spitzenreiter ein 40-Jähriger außerorts mit 237 km/h.“ Die Quittung folgte auf dem Fuß: 2.000 Euro Geldbuße und drei Monate Fahrverbot. Herrmann warnte anlässlich der neuen Zahlen alle notorischen Raser: „Fuß weg vom Gas, sonst wird es richtig teuer!“ Drei Viertel aller Verkehrssünder sind Männer.

2015 bearbeiteten die 474 Beschäftigten des Polizeiverwaltungsamtes laut neuester Jahresstatistik für 2015 knapp 2,5 Millionen Ordnungswidrigkeitenverfahren. Sie erließen mehr als 1,9 Millionen Verwarnungen und knapp 800.000 Bußgeldbescheide. Etwa 60.000 Mal verhängten die Beamten ein Fahrverbot von ein bis drei Monaten.

Um knapp 26 Prozent auf 76.975 deutlich angestiegen sind auch die gefährlichen Verstöße gegen den vorgeschriebenen Mindestabstand. Herrmann: „Ursache hierfür dürften auch moderne neue digitale Messverfahren sein. Diese ermöglichen zum Beispiel auch eine Verkehrsüberwachung bei winterlichen Temperaturen.“ In 9.544 Fällen, in welchen die Autofahrer extrem nah auffuhren, mussten die „Sünder“ ihren Führerschein vorübergehend abgeben. 13.173 Mal war Alkohol am Steuer und Drogenmissbrauch der Grund für ein Fahrverbot.

„Mit dem Schwerpunkt auf Geschwindigkeits-, Abstands- sowie Drogen- und Alkoholkontrollen trägt die Polizei wesentlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei. Die Bekämpfung dieser Unfallursachen hat in den letzten Jahren zu einer stark rückläufigen Tendenz bei den Verkehrstoten geführt“, informierte Herrmann. „Hier dürfen wir nicht nachlassen, denn jeder Verkehrstote ist einer zu viel.“ Er setzt dabei auch auf bayernweite Schwerpunktkontrollen durch die Polizeipräsidien im Juli.

Herrmanns Appell richtete sich insbesondere an männliche Straßenverkehrsteilnehmer: 76,91 Prozent aller Bußgeldbescheide wurden gegen Männer und 23,09 Prozent gegen Frauen erlassen.

Die Gesamteinnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldverfahren belaufen sich auf gut 117 Millionen Euro. Davon mussten rund 9,1 Millionen Euro zwangsweise eingetrieben werden. Rund 15 Prozent Vollstreckungsersuchen weniger als im Vorjahr bedeuten aber auch: „Die Zahlungsmoral hat sich deutlich verbessert“, so Herrmann.

Unverständlich für das Polizeiverwaltungsamt sind hingegen die Versuche einiger Verkehrssünder, wissentlich falsche Fahrer zu benennen. So wird aus einer Ordnungswidrigkeit wegen eines Verkehrsverstoßes sehr schnell eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird. 204 Fälle wurden 2015 angezeigt.

„Zunehmende Bedeutung für die Kriminalitätsbekämpfung gewinnen auch Datenabgleiche von Ordnungswidrigkeitenverfahren mit Fahndungsnotierungen“, so der Bayerische Innenminister. Gab es bei den Fahndungstreffern bereits im Jahr 2014 eine Steigerung um knapp 20 Prozent, so nahmen diese im Jahr 2015 erneut um gut 26 Prozent auf nunmehr 12.578 zu. Dabei konnten 1.359 Personen erwischt werden, die zur Festnahme ausgeschrieben waren.

„Wichtig sind mir die Kontrollen des Schwerverkehrs. Übermüdung und unsachgemäßer Transport gefährlicher Ladung etwa können stets zu brenzligen Situationen führen“, so Herrmann. So wurden 2.682 Bußgeldbescheide wegen Lenkzeitüberschreitungen und 1.026 wegen Verstößen nach dem Gefahrgutrecht erlassen.

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