DPolG: Gefahr terroristischer Attacken in Europa bleibt hoch

29. Juni 2016 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Mit Betroffenheit hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) auf den Terroranschlag am größten Istanbuler Flughafen reagiert. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“, sagte DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass es gegen entschlossene Selbstmordattentäter keinen absoluten Schutz gibt. Nicht erst seit Paris, Brüssel und nun zum wiederholten Mal Istanbul müssen sich die Menschen bewusst sein, dass sie in verletzbaren Gesellschaften leben.“

Die DPolG fordert deshalb, alles zu unternehmen, um Schutzlücken zu schließen. Wendt: „Dazu gehört in Deutschland die personelle Stärkung der Sicherheitsbehörden und eine verstärkte Zusammenarbeit und ein verbesserter Informationsaustausch der Polizeien und Nachrichtendienste untereinander. Auch in Europa brauchen wir eine Sicherheitsstrategie mit verbindlichen Zielen und konkreten Maßnahmen, denn eine engere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden ist vor dem Hintergrund von Terrorgefahr und Radikalisierungstendenzen unabdingbar. Die Polizei muss alles wissen über Gefährder, über Reisewege, über mögliche Komplizen. Um im Kampf gegen Kriminalität und Terrorgefahr effektiver werden, muss der Ausbau von gemeinsamen Ermittlungsteams auf dem operativen Gebiet vorangetrieben werden.“

Auch die europäische Polizeibehörde Europol sollte finanziell, personell und inhaltlich gestärkt werden. Wendt: „Wir halten die Einrichtung eines bei Europol angesiedelten Europäisches Anti-Terror-Zentrums für sinnvoll. Das analog in Deutschland agierende Gemeinsame-Terrorismus-Abwehrzentrum von Polizei und Nachrichtendiensten arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der Informationsbeschaffung und Datenanalyse. Gerade auf europäischer Ebene brauchen wir mehr Hintergrundwissen über terroristische Netzwerke und über kriminelle, grenzüberschreitende Strukturen.“

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