„Vorbildcharakter für Programme in ganz Deutschland“

24. Juni 2016 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

Die bundesweite Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ hat die „Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus“ als eines der einhundert besten Projekte des Jahres 2016 ausgezeichnet. Das gab der Hessische Innenminister Peter Beuth in Wiesbaden bekannt.

„Mit der Einrichtung der Beratungsstelle haben wir im Bereich der Salafismusprävention auf einen starken Verbund aus Politik, Zivilgesellschaft und relevanten Akteuren gesetzt. Die Auszeichnung einer unabhängigen Expertenjury zeigt nun, dass diese Entscheidung richtig war und bestätigt uns auf unserem weiteren Weg. Sie ist aber auch eine herausragende Würdigung für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit nunmehr zwei Jahren hervorragende Arbeit im Einsatz gegen den religiösen Extremismus leisten. Wir alle können stolz auf dieses richtungsweisende und erfolgreiche Projekt sein, das in seinem Aufbau und seiner Funktion Vorbildcharakter für ähnliche Programme in ganz Deutschland hatte“, so Innenminister Peter Beuth.

„Dem Team bedeutet diese Anerkennung und Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Aufgaben, die diese Auszeichnung beinhaltet, sehr viel“, sagte Thomas Mücke, Geschäftsführer des Trägervereins Violence Prevention Network (VPN).

Unter der Rubrik „NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“ hat die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft Projekte ausgewählt, die eine überzeugende Antwort auf die Frage geben, wie gemeinschaftliches Handeln innovative Lösungen für Herausforderungen von morgen bieten kann.

„Mit der Einrichtung der Beratungsstelle haben wir seinerzeit Neuland betreten. Als wir das Präventionsnetzwerk gegen Salafismus gründeten, haben wir frühzeitig auf die Einbindung und finanzielle Förderung des Violence Prevention Network (VPN) gesetzt. Hessen hat damit eine Vorreiterrolle eingenommen und als erstes Bundesland eine landesweit zuständige Stelle geschaffen, bei der sowohl die Beratung von islamistisch Radikalisierten als auch die Ausstiegsbegleitung im Zentrum der Arbeit stehen“, so Innenminister Peter Beuth.

Die Beratungsstelle setzt dabei insbesondere auf ein starkes Netzwerk: Schüler lernen beispielsweise in Workshops, anderen Kulturen und Religionen offen zu begegnen. Angehörige, Freunde, Gemeinden, Institutionen und Interessierte werden beraten und für die Gefahren des Salafismus sensibilisiert. Mit der direkten Ansprache von jungen Menschen, die Gefahr laufen, sich extremistischen Ideen zuzuwenden oder sich von der Szene distanzieren möchten, wird das Angebot komplettiert.

Die bisherige Bilanz der Beratungsstelle kann sich sehen lassen:

Aktuell wird mit 92 Radikalisierten bzw. Gefährdeten gearbeitet, darunter befinden auch Syrienrückkehrer.
Über 100 Angehörige, deren Kinder oder Freunde gefährdet sind, werden unterstützend beraten und begleitet.
Mehr als 90 Workshops wurden an hessischen Schulen durchgeführt.
An 73 Institutionen haben Beratungsgespräche stattgefunden.

Zudem sind die Mitarbeiter der Beratungsstelle in ein Präventionskonzept zur Flüchtlingsrekrutierung eingebunden, das die Zufluchtssuchenden vor salafistischen Anwerbeversuchen schützen soll. „Um diese zusätzlichen Aufgaben im Flüchtlingskontext zu erfüllen und den bestehenden Beratungsbedarf in Hessen zu decken, haben wir die finanzielle Förderung deutlich aufgestockt und weiter in die Zukunft und die Sicherheit unseres Landes investiert“, so der Innenminister.

Für das Jahr 2016 stehen aus dem Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ insgesamt 1,2 Millionen Euro für den Bereich der Salafismusprävention zur Verfügung. Mit dieser zusätzlichen Förderung konnte die Beratungsstelle zwischenzeitlich personell gestärkt werden, sodass nunmehr auch mehrere Mitarbeiter im Raum Nordhessen zur Verfügung stehen. „Dieser Schritt war wichtig, um den bestehenden Beratungsbedarf im Raum Kassel und Umgebung effizient erfüllen zu können“, betonte Beuth.

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