Kampfmittelbeseitigungsdienst hat 2015 mehr als 100 Bombenblindgänger entschärft

17. Juni 2016 | Themenbereich: Bayern, Bevölkerungsschutz | Drucken

Über 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs werden regelmäßig bei Bauarbeiten noch immer Bombenblindgänger, Granaten oder sonstige Munition entdeckt. „Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt und beseitigt auf Kosten des Freistaates Bayern die Kampfmittel, etwa 64 Tonnen im Jahr 2015, darunter auch 139 alliierte Spreng- und Splitterbomben, bei denen regelmäßig die Zünder vor Ort entfernt werden mussten“, informierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Nach der Einschätzung von Experten detonierte etwa zehn Prozent der im 2. Weltkrieg abgeworfenen Bombenlast nicht. „Dort, wo es Bombardierungen gab, etwa im Umfeld von ehemaligen Rüstungsbetrieben oder städtischer Infrastruktur, muss auch heute noch mit Bombenblindgängern gerechnet werden“, so Herrmann.

In der Verantwortung von Grundstückseigentümern und Bauherren liegt es, einem Verdacht auf möglicherweise vorhandene Kampfmittel nachzugehen. Bei der Auswertung von Kriegsluftbildern helfen darauf spezialisierte Fachfirmen. Sind konkrete Maßnahmen veranlasst, müssen Fachfirmen mit der Suche und Bergung beauftragt werden. „Die Entsorgung der geborgenen Funde erfolgt dann kostenfrei durch den vom Innenministerium vorgehaltenen Kampfmittelbeseitigungsdienst“, erläuterte der Innenminister.

Bei zufällig aufgefundener Munition rät Herrmann: „Hände weg und sofort die Polizei verständigen! Diese informiert den vom Innenministerium vorgehaltenen Kampfmittelbeseitigungsdienst.“

Die Aufgaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hat das Innenministerium einer Fachfirma mit Sprengkommandos in München und Nürnberg übertragen. Die zehn Spezialisten der Firma gingen 2015 über 1.000 Meldungen nach. Jährlich fallen dadurch Kosten von rund 800.000 Euro an. Herrmann: „Die Arbeit dieser Spezialisten ist mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden. Umso mehr freut mich, dass auch 2015 niemand zu Schaden kam. Für den Kampfmittelbeseitigungsdienst und dessen Leistungen bin ich sehr dankbar.“