Freiwillige Feuerwehr in NRW testet neue Fahrzeugtypen

13. Juni 2016 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Nordrhein Westfalen | Drucken

Vier neue Löschfahrzeuge sollen künftig für noch mehr Sicherheit und Effizienz im täglichen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren für die Menschen in NRW sorgen. Innenminister Ralf Jäger präsentierte die Einsatzfahrzeuge in Ratingen der Öffentlichkeit. Bis Mitte 2017 werden sie von 20 ehrenamtlichen
Feuerwehren landesweit getestet. „Wir wollen mit diesem Pilotprojekt neue Impulse für eine fortschrittliche und bedarfsgerechte Technik bei den nordrhein-westfälischen Feuerwehren setzen“, sagte Jäger. „Der Schutz der Menschen bei alltäglichen Einsätzen und bei Katastrophen kann nur durch eine handlungsfähige Feuerwehr „vor Ort“ sichergestellt werden.“
Es handelt sich um ein Vorauslöschfahrzeug und drei Mittlere Löschfahrzeuge. Beide sind für tägliche Einsatzszenarien entwickelt worden. Das Vorauslöschfahrzeug verfügt über das patentierte COBRA-System. Mit einem Hochdruckstrahl fräst der Voraustrupp damit ein kleines Loch in eine Hauswand.
Der Brandraum wird rasch herabgekühlt. Anschließend kann das Feuer sicher von innen gelöscht werden. „Dieses System hat sich in Skandinavien zum Beispiel bei Silo- oder Containerbränden bewährt“, erklärte Jäger. „Es ist bundesweit das erste Fahrzeug dieses Typs.“

Das Mittlere Löschfahrzeug soll sich bei kleineren Brandeinsätzen,
Unwetterlagen, Hilfeleistungen oder als erste Fahrzeuge an Unfallstellen
bewähren. Es ist dazu mit einem 1.000-Liter-Löschwassertank, Tauchpumpe,
Kettensäge und tragbarem Stromerzeuger ausgerüstet. Eine Besonderheit: Jedes
der drei Fahrzeuge ist mit einer anderen Art der Schaumzumischung ausgestattet.
Ziel des Projekts ist es, der Feuerwehr die bestmögliche Ausrüstung an die
Hand zu geben. Gerade in ländlichen Gebieten schlägt der demografische Wandel
auf das Personal durch. „Mehr Technik kann zwar niemals weniger Ehrenamtliche
ausgleichen. Moderne Technik kann aber sehr wohl entlasten und motivieren“,
betonte Jäger. Damit die Feuerwehr in der Fläche stark bleibe, müsse deshalb
vor allem um jungen Nachwuchs geworben werden.
Der Innenminister hatte im Sommer 2013 gemeinsam mit dem Verband der Feuerwehren
in NRW e.V. die Projektgruppe zur „Förderung des Ehrenamtes in den
Feuerwehren“ eingesetzt. Darin arbeiten Experten der Freiwilligen Feuerwehren,
Berufs- und Jugendfeuerwehren mit Vertretern der Kommunalen Spitzenverbände,
verschiedener Arbeitsgemeinschaften und Feuerwehrverbände und Wissenschaftler
der Universitäten Witten/Herdecke bzw. Eichstätt/Ingolstadt, Siegen und
Wuppertal zusammen.