Justizminister Gemkow begrüßt seinen tschechischen Amtskollegen Pelikán in der JVA Dresden

17. Mai 2016 | Themenbereich: Justiz, Sachsen | Drucken

Justizminister Sebastian Gemkow hat sich heute mit seinem tschechischen Amtskollegen Robert Pelikán in der Justizvollzugsanstalt Dresden zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Justizminister Pelikán möchte sich mit einer Delegation tschechischer Abgeordneter und Vollzugsexperten vor dem Hintergrund eigener Neubauplanungen einen unmittelbaren Eindruck über die bauliche Gestaltung einer großen modernen Justizvollzugsanstalt verschaffen.

Staatsminister Sebastian Gemkow: „Die Justizvollzugsanstalt Dresden ist auch knapp 16 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme ein gutes Beispiel für einen modernen und zweckmäßigen Gefängnisbau. Ich freue mich, den gegenseitigen fachlichen Austausch und die enge Kooperation beider Seiten auch auf diesem Gebiet des Justizvollzugs mit unserem Treffen fortzusetzen.“

Von besonderem Interesse bei dem Vor-Ort-Termin sind auch die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Gefangenen. Die Tschechische Republik möchte die Beschäftigungsquote in ihren Gefängnissen erhöhen.

Justizminister Dr. Robert Pelikán: „Bei der Verbesserung des tschechischen Gefängnissystems ist es mir besonders wichtig, die Beschäftigung von Strafgefangenen zu erhöhen. Ihre Arbeitstätigkeit ist nicht nur während der Zeit in den Strafanstalten von großem Nutzen, sondern trägt insbesondere zur erfolgreichen Rückkehr von Verurteilten in ein normales Leben nach der Haft bei. Ich bin froh, dass die guten Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen auch zum Erfahrungsaustausch in diesem Bereich beitragen.“

Nach einer nur dreieinhalbjährigen Planungs- und Bauzeit wurde die Justizvollzugsanstalt Dresden im Jahr 2000 in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für den Neubau der Justizvollzugsanstalt betrugen rund 73 Millionen Euro. Die Anstalt befindet sich auf einem 11 ha großen, ehemaligen Kasernengelände in der Albertstadt und ist von einer sechs Meter hohen und 1.200 m langen Mauer umschlossen. Die Justizvollzugsanstalt verfügt über 805 Haftplätze, die am 1. Mai 2016 mit 796 Gefangenen belegt waren.

Die Beschäftigungsquote in Sächsischen Justizvollzugsanstalten beträgt im Schnitt knapp 60 %.

Zuletzt am 9. September 2015 wurde eine hochrangige Tschechische Justizdelegation von Staatssekretärin Andrea Franke in der Justizvollzugsanstalt Dresden empfangen und gemeinsam die Intensivierung der Zusammenarbeit des Freistaates Sachsen mit der Tschechischen Republik in den Bereichen Justizvollzug und Straffälligenhilfe erörtert.