Hermann warnt vor Handynutzung am Steuer

6. Mai 2016 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

„Nur zwei Sekunden bei Tempo 100 aufs Handy zu blicken, bedeutet 50 Meter im Blindflug zurück zu legen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann im SWR-Interview. Der Radiosender lud anlässlich seines Thementages „Hände weg vom Handy“ zum Gespräch ein. Minister Hermann stellte die Kampagne „Nicht ablenken lassen – Finger weg vom Handy!“ vor, eine umfassende Aufklärungskampagne des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR), an der sich auch das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) beteiligt.

„Mehr Sicherheit beginnt im Kopf. Die Kampagne schärft das Problembewusstsein. Ich setze da auf die Vernunft und Einsicht vor allem der jungen Fahrerinnen und Fahrer“, so Hermann weiter. Unterstützt wird das MVI dabei vom VfB Stuttgart und weiteren Sportvereinen aus Baden-Württemberg. Erstmals stelle Minister Hermann gemeinsam mit VfB-Kapitän Christian Gentner die Kampagne im November 2015 im VfB-City-Shop der Stuttgarter Tourist Information i-Punkt vor.

Neben überhöhter Geschwindigkeit ist Ablenkung durch das Smartphone eine große Gefahr im Verkehrsalltag und immer häufiger eine Ursache von Unfällen – Tendenz steigend. Alleine 2014 starben 466 Menschen auf Baden-Württembergs Straßen – hinzu kommen abertausende Unfälle mit Verletzten und Sachschäden. „Die Gefahren durch Ablenkung werden leider oft noch unterschätzt. Wir wollen die Menschen sensibilisieren, dass jede Form der Ablenkung im Straßenverkehr Leben gefährdet – das eigene, wie das der anderen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann.
Verkehrssicherheitskonzept der Landesregierung

Das Verkehrssicherheitskonzept der Landesregierung zielt darauf ab, die Anzahl der Toten und Verletzten auf Baden-Württembergs Straßen durch verschiedene Maßnahmen zu senken. Als ersten Schritt hin zu einer „Vision Zero“, einem Straßenverkehr ohne Getötete und Verletzte, sollen bis zum Jahr 2020 40 Prozent weniger Menschen auf Baden-Württembergs Straßen zu Tode kommen als im Ausgangsjahr 2010. Demgegenüber sterben noch immer rund 3.500 Menschen jährlich auf europäischen Straßen bei Unfällen, die durch Ablenkung im Auto, wie dem Benutzen von Smartphones, verursacht wurden. Dabei waren insbesondere die Spur- und Abstandshaltungen sowie das Reaktionsvermögen der Fahrenden beeinträchtigt.

Ablenkung beim Autofahren ist ein großes Sicherheitsrisiko – für Fahrende wie für andere Verkehrsteilnehmende. Nur zwei Sekunden bei Tempo 50 aufs Handy zu blicken, bedeutet 28 Meter im Blindflug zurück zu legen, bei Tempo 100 entsprechen zwei Sekunden Ablenkung sogar über 50 Meter Blindflug. Laut Europäischem Verkehrssicherheitsrat steigt das Unfallrisiko durch das Schreiben von Textnachrichten am Steuer um das 23-fache. Wer beim Fahren telefoniert, steigert das Risiko noch mehr und das Wählen während der Fahrt hebt das Risiko eines Verkehrsunfalles um das drei- bis sechsfache an.

Mit „Runter vom Gas“ machen sich das BMVI und der DVR seit 2008 für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen stark. Schwerpunkte der Aufklärungsarbeit sind das Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit, Ablenkung, gefährliches Überholen und dichtes Auffahren sowie das „Risiko Landstraße“. Dabei sprechen die Initiatoren neben AutofahrerInnen auch Motorrad- und RadfahrerInnen an – und rücken die besonders gefährdeten jungen FahrerInnen in den Fokus.