Gewerkschafter erörtern Migrationsthemen

21. April 2016 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Flüchtlingssituation ist derzeit eines der Schwerpunktthemen der Medien, der Politik, bei Verbänden und Gewerkschaften sowie bei der Polizei. Vieles spricht dafür, dass dies auch so bleibt. Überall gibt es Aktionen und Aktivitäten, aber leider auch puren Populismus und das Zündeln geistiger Brandstifter. Das Wahlergebnis der AfD ist, da sind sich alle einig, ganz wesentlich auf die umstrittene Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zurückzuführen. Rund 100 in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) organisierte Polizistinnen, Polizisten sowie Tarifbeschäftigte und Verwaltungsbeamte erörtern seit Mittwoch auf einem am 20. und 21. April stattfindenden Symposium in Berlin die zahlreichen Aspekte der Flüchtlingssituation.

„Unser polizeiliches Problem sind nicht die Asylbewerber, wobei Opfer von Straftaten sehr oft ebenfalls Asylbewerber sind. Unser Problem ist die hohe Einsatzbelastung und die aufwändige Sachbearbeitung: viele Beteiligte und bei allen Vernehmungen sind Dolmetscher notwendig“, berichtete Peter Schall, der Landesvorsitzende der GdP Bayern. Foto: Holecek

„Flüchtlinge müssen schon in den Erstaufnahmestellen mit der Rolle der Frau und ihrer gleichberechtigten Stellung als Polizeibeamtin, Sozialarbeiterin oder auch Mitbewohnerin vertraut gemacht werden. Dazu eignen sich verpflichtende Integrationskurse“, betonte die GdP-Bundesfrauenvorsitzende Dagamar Hölzl.

Interessante Blickwinkel und spannende Referentinnen und Referenten aus Polizei, Privater Sicherheit, Medien und Wohlfahrtsverbänden haben bereits für intensive und engagierte Debatten gesorgt. Unter den Teilnehmern ist auch die Bochumer Polizistin Tania Kambouri, die mit einem Ende 2013 in der GdP-Zeitschrift „DEUTSCHE POLIZEI“ veröffentlichten Leserbrief eine breite Debatte über die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber der Polizei entfacht hatte.

Die hohe Zahl der eingereisten Flüchtlinge bedeute vor allem eine Herausforderung bei der der Bearbeitung der Asylanträge und der Unterbringung der Menschen. Die Integration der geflohenen Menschen wird eine der zentralen Herausforderungen der Bundesrepublik in den kommenden Jahren sein sowie das Thema des zweiten Teils der Veranstaltung bestimmen. Diese Situation hat zur Folge, dass sich Polizistinnen und Polizisten aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den zuständigen Verwaltungen sowie Ehrenamtliche und soziale Organisationen im Dauereinsatz befinden, auch wenn die Zahl der Grenzübertritte deutlich abgenommen hat“, betonte Schilff am Donnerstagmorgen in Berlin.